Feuerwehr-Direktor Dirk Aschenbrenner zieht eine positive Corona-Bilanz und sieht Veränderungen auf die Feuerwehr zukommen. © Foto: Peter Bandermann
Unwetter und Brände

Einsatzzahlen gestiegen: Was sich für die Dortmunder Feuerwehr verändert

Was die Einsatzzahlen angeht, verzeichnet die Dortmunder Feuerwehr wieder einen Anstieg. Direktor Dirk Aschenbrenner sieht einige Veränderungen auf die Feuerwehr zukommen.

Rein zahlenmäßig bedeutete die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr für die Dortmunder Feuerwehr einen Rückgang der Einsätze. Rund 152.000 hatte die Feuerwehr 2019. 2020 waren es etwa 10.000 weniger.

Das liegt vor allem daran, dass es während der Lockdowns deutlich weniger Rettungseinsätze gab. Feuerwehrdirektor Dirk Aschenbrenner sagt, Unfälle in der Schule, beim Sport und auf dem Weg zur Arbeit seien stark zurückgegangen.

Präventive Quarantäne

Der Rückgang an Einsätzen bedeutete aber keinen ruhigeren Arbeitsalltag, so Aschenbrenner. Gerade zu Beginn der Pandemie, als noch nicht viel über das Virus bekannt war, sei die Feuerwehr sehr vorsichtig gewesen und hätte Mitarbeiter teilweise präventiv in Quarantäne geschickt.

Das habe immer wieder für Personalmangel gesorgt. „Dank und Respekt“ spricht Aschenbrenner den Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr aus. Sie hätten während der Pandemie den Personalmangel ausgeglichen.

Zu den scharfen Quarantäne-Maßnahmen zieht Aschenbrenner eine positive Bilanz: „Wir hatten keinen schweren Verlauf und keinen großen Ausbruch bei uns“, sagt der Direktor.

Mittlerweile sei von den geringeren Rettungseinsätzen während der Lockdowns nichts mehr zu spüren: „Das Leben findet wieder wie früher statt.“ Den steigenden Einsatzzahlen sei die Feuerwehr aber gewachsen, so Aschenbrenner.

Hohe Impfquote

Denn die Impfquote liege bei der Feuerwehr bei über 95 Prozent und es gebe kaum noch Corona-Verdachtsfälle, sagt der Direktor.

Auch wenn zurzeit alles wieder beim Alten zu sein scheint, sieht Aschenbrenner in Zukunft einige Veränderungen auf die Feuerwehr zukommen. In den nächsten zehn Jahren gebe es einen „erheblichen Wechsel beim Personal“, sagt der Direktor.

Er sei optimistisch, dass ältere Kollegen, die in den Ruhestand gehen, durch neue Auszubildende ersetzt werden können. Allerdings entstehen laut Aschenbrenner auch komplett neue Plätze, vor allem durch die Digitalisierung.

Außerdem glaubt Aschenbrenner, dass der Bevölkerungsschutz ein wichtigerer Aufgabenbereich für die Feuerwehr werde. Mit Blick auf die diesjährigen Unwetterereignisse denkt Aschenbrenner, dass die Vorbereitung auf solche Härtefälle in Zukunft besser werden müsse.

Zahl der Brände steigt

Außerdem steige in Deutschland die Zahl der Brände kontinuierlich. In etwa einem Drittel der Fälle ist Elektrizität der Auslöser.

Da die Anzahl an elektrischen Geräten immer weiter steige, könne die Zahl der Brände weiter steigen, sagt Aschenbrenner. Hier müsse die Feuerwehr in Zukunft mehr Präventionsarbeit leisten.