Einzelkandidat Ingolf Griese und sein Ziel für die OB-Wahl: „50 plus“

rnKandidaten im Porträt

Die Kommunalwahl ist in Dortmund auch eine Wahl der kleinen Kandidaten. Ingolf Griese (66) war der erste „Unabhängige“, der eine Kandidatur angekündigt hat. Jetzt wird es ernst.

Dortmund

, 01.08.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise mag einiges verschoben haben. Aber im Juli 2020 ist Dortmund definitiv im Wahlkampf. Das ist sichtbar an Wahlwerbezetteln im Hausflur, an der wachsenden Zahl von politischen Mitteilungen. Das ist sichtbar im Internet, wo Werbekampagnen in den sozialen Netzwerken auftauchen und die Kandidaten präsent sind.

Ingolf Griese steckt mitten in diesem Wahlkampf, den er nicht gewinnen kann. So sieht es zumindest von außen betrachtet aus. Griese selbst sieht das vollkommen anders. „Es kann nur einen guten Oberbürgermeister geben. Und das bin ich“, sagt der Mann aus Hörde. Sein Wahlziel schiebt er gleich hinterher: „50 plus“.

Griese: „Wenn ich jetzt anfange herumzujammern, bräuchte ich ja gar nicht erst antreten“

Er hat eine Begründung für seine forschen Ziele. „Man muss auch Selbstbewusstsein anbieten. Wenn ich jetzt anfange rumzujammern, bräuchte ich ja gar nicht erst antreten.“

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Vor acht Monaten hat diese Redaktion Ingolf Griese schon einmal zu einem Gespräch über seine Kandidatur getroffen. Was hat sich seitdem verändert? Griese wirbt immer noch mit den Attributen „bürgernah“ und damit, dass er jemand sei, der den Strukturwandel der Stadt selbst miterlebt und -gestaltet hat.

Mittlerweile macht der Einzelkandidat seine früheren Parteizugehörigkeiten öffentlich

In einem Punkt hat er seine Strategie verändert. Er ist weiterhin parteiunabhängig und sieht seine „Neutralität“ als großen Vorteil gegenüber den anderen Kandidaten. Er war schon einmal in seinem Leben politisch aktiv, wollte im Dezember aber nicht verraten, in welcher Partei.

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Nun hat er in einem Post in verschiedenen Netzwerken jedoch mitgeteilt. , welchen Parteien und Organisationen er in der Vergangenheit angehörte. „Mehr als 29 Jahre in der SPD, mehr als 10 Jahren bei der AWO, drei Jahre bei Die Linke liefern genug Erfahrungswerte“, sagt Griese. Er sehe es als Vorteil, dass er auch die Abläufe in der Parteienlandschaft kenne.

„Den Parteienklüngel gibt‘s mit mir nicht“

Für ihn steht nur fest, dass er vieles anders machen möchte, als es in Dortmund im Moment läuft. „Den ganzen Parteienklüngel gibt’s mit mir nicht“, sagt Ingolf Griese. Er sieht sich als einzigen echten Dortmunder unter den Kandidaten und glaubt, dass das bei den Wählern gut ankommt.

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„Wenn sie sich nicht für mich entscheiden, haben sie einen großen Fehler gemacht“, sagt er. Die anderen Kandidaten – er nennt sie „den Wirtschaftsförderer“, „die Fahrradfahrerin“ oder „den, der gerade mal weiß, wie Dortmund geschrieben wird“ – böten inhaltlich „nichts Fundiertes“.

Das zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein. Gerade dann, wenn man auf eine andere Wahrheit dieses Wahlkampfs blickt, die 39 Likes auf die Facebook-Seite des OB-Kandidaten etwa. Es ist eben nicht so einfach, ohne Unterstützung mit politischen Botschaften Reichweite zu erzielen.

Videobotschaft mit dem Sohn: „Wir schaffen das“

In Sozialen Netzwerken wirbt Ingolf Griese mit simpel beschrifteten Schnappschüssen von sich selbst im Alltagsleben. Oder er lässt sich in einem Video von seinem Sohn Maurice interviewen. Am Ende halten Vater und Sohn vor der Kulisse von Stadtwappen und Deutschlandfahne ihre Daumen in die Kamera und sagen gemeinsam: „Wir schaffen das“.

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Das kann man alles ungelenk und amateurhaft finden. Aber es ist auch nahbarer als sterile Bilder mit Parteilogo am Revers oder gestellte Fotos. Es ist jedenfalls eine andere, vollkommen legitime, Art, sich für das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben. „Und das Internet ist ja auch nur ein Bestandteil des Wahlkampfs“, sagt Ingolf Griese.

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Er wird am 13. September auf dem Wahlzettel stehen und er möchte gewählt werden. „Das gehe ich jetzt mit voller Kraft an. Ich bin stolz auf das, was ich zu bieten habe. Und wenn es nicht klappen sollte, dann bin auch nicht enttäuscht.“

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