Wird der Ekel-Tunnel endlich sauberer? EDG präsentiert Lösungen

rnBürger-Protest

Ein Ehepaar aus Lütgendortmund lässt nicht locker: Es will endlich Lösungen für Dortmunds Ekel-Tunnel. Jetzt soll tatsächlich einiges passieren.

Lütgendortmund

, 07.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischendurch haben Herbert und Annegret Lerch sogar darüber nachgedacht, gegen das Dortmunder Gesundheitsamt und/oder gegen den Landesbetrieb Straßen.NRW eine Strafanzeige zu stellen. Denn sie sehen in dem von Tauben vollgekoteten Tunnel unterhalb der A40-Brücke am Lütgendortmunder Hellweg/Ecke Boverstraße eine Gesundheitsgefährdung für alle, die diesen Bereich passieren oder hier auf den Bus warten müssen.

Seit rund drei Jahren kämpfen die Lerchs darum, dass sich der Zustand der Unterführung für Fußgänger und Fahrgäste verbessert. Verschiedene Ämter der Städte Dortmund und Bochum, die Bezirksvertretung Lütgendortmund und auch Straßen.NRW haben sie in diversen Schreiben auf die unappetitliche Situation aufmerksam gemacht und sie um zügiges Handeln gebeten. Bahnbrechendes passiert ist seitdem allerdings nicht. Bisweilen gab es nach Aussagen des Ehepaars noch nicht einmal eine Antwort.

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Weil sich die Kritik der Lerchs auch gegen die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) richtet, hat Unternehmens-Sprecherin Petra Hartmann am Dienstag (7.7.) einen Ortstermin mit ihnen am Ekel-Tunnel organisiert. „Wir nehmen das Thema ernst und stellen uns der Sache“, sagte sie. Begleitet wurde sie von Anatoli Weissbrodt, Abteilungsleiter Reinigungs- und Entsorgungsservice, und Mitarbeiter Marcel Beine.

Abteilungsleiter der EDG ist angeekelt

Anatoli Weissbrodt war zum ersten Mal vor Ort und räumte offen ein: „Wenn ich hier auf den Bus warten müsste, wäre ich auch angeekelt.“ Genauso wie sein Mitarbeiter bewertete er den Zustand vor allem unter hygienischen Aspekten als unzumutbar und versicherte, sich um schnelle Lösungen zu bemühen.

In den Augen des Ehepaar Lerchs ist der massive Taubenkot gesundheitsgefährdend. Den Gestank empfinden sie als Zumutung.

In den Augen des Ehepaar Lerchs ist der massive Taubenkot gesundheitsgefährdend. Den Gestank empfinden sie als Zumutung. © (A) Stephan Schuetze

Unter anderem versprach er, die Dortmunder Seite des Tunnels (rechte Seite Richtung Bochum) zeitnah im Heißdampfverfahren reinigen zu lassen. „Dafür missbrauchen wir allerdings unsere Technik, denn die ist eigentlich für die Wildkraut-Beseitigung vorgesehen.“ Drei Fahrzeuge dieser Art sind in Dortmund dafür im Einsatz. Dauerhaft sei diese Art der Reinigung aber nicht finanzierbar, so Weissbrodt.

Zweimal pro Woche reinigt eine Kleinkehrmaschine den Dortmunder Bereich der Unterführung. Der hartnäckige Taubenkot am Boden lässt sich damit allerdings nicht entfernen.

Zweimal pro Woche reinigt eine Kleinkehrmaschine den Dortmunder Bereich der Unterführung. Der hartnäckige Taubenkot am Boden lässt sich damit allerdings nicht entfernen. © Beate Dönnewald

Deshalb wolle man weiterhin im engen Kontakt mit Straßen.NRW bleiben und auf schnelle Maßnahmen drängen, betonte Weissbrodt mehrfach. Die beste Lösung, da waren sich alle einig, sei der Einbau eines Vogeleinflugschutzes. Ursprünglich sollte diese Installation im Zuge von Bauarbeiten im vierten Quartal 2020 erfolgen. „Nun hat es Straßen.NRW aber auf das nächste Jahr geschoben“, wusste Petra Hartmann zu berichten.

Alternativ könnte der Spalt längs der Brücken-Unterseite mit Kaninchendraht oder ähnlichem befüllt werden, um so die Tauben zu vergraulen - wie es auf Bochumer Seite auf einem Teilstück bereits geschehen ist. „Dazu fehlt uns die rechtliche Befugnis“, bedauerte Weissbrodt. Genauso wenig könne man als EDG gegen die unverbesserlichen Taubenfütterer vorgehen.

Austausch mit der Umweltservice Bochum GmbH

Angedacht sei zudem ein Ideen-Austausch mit der Umweltservice Bochum GmbH, die nach eigenen Angaben Gehwege und Straße auf der Bochumer Seite des Tunnels einmal pro Woche mit einem Hochdruckreiniger säubert.

Den alten, vollgekoteten Abfallbehälter hat Marcel Beine gegen einen neuen ausgetauscht.

Den alten, vollgekoteten Abfallbehälter hat Marcel Beine gegen einen neuen ausgetauscht. © Beate Dönnewald

Einen Mini-Fortschritt konnte das EDG-Trio den Lerchs bereits während des Ortstermins präsentieren. Denn Marcel Beine hatte den alten Abfallbehälter inklusive seiner unzähligen Kot-Schichten am Vortag gegen einen neuen ausgetauscht. Der Mülleimer soll zudem einen anderen Platz bekommen, um ihn besser vor dem Taubenkot zu schützen.

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„Es war ein gutes Gespräch mit der EDG, wir freuen uns, dass sie sich um das Problem kümmern will“, sagten Herbert und Annegret Lerch nach dem Krisengespräch. Doch ihre Skepsis bleibt: „Wir haben wenig Hoffnung, dass schnell etwas passiert.“

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