Emschergenossenschaft hat Betriebsgebäude in Marten abgerissen

Hochwasserschaden

Eine Erinnerung an die Hochwasserkatastrophe von 2008 ist verschwunden. Die Emschergenossenschaft hat ihr altes Betriebsgebäude am Pumpwerksstandort Marten abgerissen.

Marten

, 06.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur die Überreste müssen noch weggeräumt werden, dann ist das 2008 beschädigte Betriebsgebäude der Emschergenossenschaft vergessen.

Nur die Überreste müssen noch weggeräumt werden, dann ist das 2008 beschädigte Betriebsgebäude der Emschergenossenschaft vergessen. © Holger Bergmann

Die Emschergenossenschaft hat ihr Betriebsgebäude in Marten abgerissen: Das Gebäude ist bereits weg, nur eine Grube ist geblieben. Die Arbeiten werden laut Emschergenossenschaft aufgrund der fachgerechten Trennung von recycelbaren Materialien aber noch bis Ende Juli dauern.

Das Haus an der Altenrathstraße war bei dem Hochwasser im Jahr 2008 so stark beschädigt worden, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnte. Das benachbarte Pumpwerk der Emschergenossenschaft am Oespeler Bach wird dagegen weiterhin in Betrieb sein, das darin untergebrachte Hochwassermanagement bleibt erhalten.

Das jetzt abgerissene Gebäude wurde nach seiner Beschädigung von der Emschergenossenschaft noch als Knotenpunkt der nachrichtentechnischen Anlagenüberwachung benötigt.

Alle Informationen liefen in Marten zusammen

In der ersten Etage befand sich eine Überwachungszentrale mit vielen Bildschirmen und Mitarbeitern, die die an ihren Rechnern die Funktion der Emscher-Technik überwachten.

Die Überwachungszentrale ist gemeinsam mit dem Meisterbereich „Pumpwerke Dortmund“ der Emschergenossenschaft mittlerweile auf die Kläranlage in Deusen umgezogen. Meisterbereich nennt die Emschergenossenschaft ihre Betriebshöfe, von denen aus Mitarbeiter zu den Standorten in der Region für Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten fuhren.

In Deusen wurde dafür ein neues Verwaltungsgebäude errichtet, als neuer Dienstort für die Beschäftigten beider Abteilungen.

200 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter

Das Hochwasser 2008, auch Jahrhundert-Ereignis genannt, war eine der schwersten Naturkatastrophen Dortmunds. Am 26. Juli 2008 fielen in zweieinhalb Stunden rund 200 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter auf den Dortmunder Westen.

Dies ist nach eigenen Angaben der höchste je von der Emschergenossenschaft gemessene Niederschlagswert. Das angrenzende Hochwasserrückhaltebecken konnte die Wassermassen nicht komplett fassen. Große Wassermengen überströmten den Damm und überfluteten Teile Martens.

Das führte zu Schäden an Gebäuden und Autos und unterbrach unter anderem das Martener Volksfest. Unvergessen bleiben die Leistungen der EDG-Mitarbeiter in den folgenden Tagen, die den Martenern bei der Entsorgung ihrer zerstörten Wohnungseinrichtungen halfen.

Entwässerungskonzept der Emschergenossenschaft

Das Pumpwerk der Emschergenossenschaft wurde selbst überflutet und fiel dadurch in Teilen aus. Es soll 24 Stunden gedauert haben, bis die Senke der Altenrathstraße, in der sich auch das jetzt abgerissene Betriebsgebäude befand, wieder leergepumpt war.

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Aus heutiger Sicht stellt das Jahrhunderthochwasser den Anfangspunkt einer Entwicklung dar, die zum heutigen Entwässerungskonzept der Emschergenossenschaft geführt hat.

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