Energieversorger DEW bereitet sich auf sinkende Gewinne vor

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Der örtliche Versorger Dortmunder Energie und Wasser (DEW) stellt sich auf sinkende Gewinne ein – und wird vorerst weniger Geld an die Dortmunder Stadtwerke abführen. Die bleiben gelassen.

Dortmund

, 28.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Konzernmutter DSW hatte klare Erwartungen: Am Ende eines jeden Jahres, so die Vorgabe, sollte die Tochter Dortmunder Energie und Wasser ein deutliches Plus von 58 Millionen Euro (vor Steuern) ausweisen. 2017 hat das funktioniert, DEW lieferte ein Ergebnis von 58,7 Millionen Euro. Und auch fürs laufende Jahr 2018 erwartet DEW einen Gewinn in ähnlicher Höhe, der dann wie üblich an die beiden Eigentümer DSW (60,1 Prozent) und Innogy SE (39,9 Prozent) ausgeschüttet wird.

"Die Delle ist vergleichweise klein"

Danach aber geht es erst einmal bergab: Für 2019 rechnet DEW mit einem Gewinn-Rückgang auf 43,9 Millionen Euro, wie die Aufsichtsräte jetzt bei der Verabschiedung des Fünf-Jahresplans erfuhren. Ab 2022 will der Energieversorger wieder an die alten Ergebnisse anknüpfen und visiert ein Plus von 60 Millionen Euro an. DEW-Sprecherin Martina Sprotte bestätigte die Zahlen. Die Delle, vor der man jetzt stehe, sei „aber vergleichsweise klein.“

Die Gründe für die rückläufigen Ergebnisse seien verschieden: Ähnlich wie andere Unternehmen, muss auch DEW Pensionsrückstellungen für seine Mitarbeiter bilden. Durch die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt sieht sich der Energielieferant gezwungen, dafür 2019 zusätzlich 39,3 Millionen Euro auf die hohe Kante zu legen. Gleichzeitig sinken die Erlöse aus dem Netzgeschäft: Die anstehende Regulierungswelle der Bundesnetzagentur führt nach Darstellung von DEW in 2019 zu Mindereinnahmen von fünf Millionen Euro.

Hohe Investitionen für den Netzumbau

Überdies sind massive Ausgaben für die „Wärmewende“ geplant: Mehr als 100 Millionen Euro will DEW in den Umbau seines alten Dampfnetzes in der Innenstadt zu einem Heißwassernetz investieren. Wie berichtet, verzichtet DEW ab 2023 auf die Lieferung gasbasierter Wärme aus dem Kraftwerk an der Weißenburger Straße und knüpft sich stattdessen ans Abwärmenetz der Deutschen Gasrußwerke am Hafen.

Dass der Energiemarkt heiß umkämpft ist, spürt längst auch DEW. Deshalb ist der Dortmunder Versorger dabei, ein Sparprogramm aus rund 200 Einzelmaßnahmen aufzulegen - die Verhandlungen mit den Betriebsräten laufen. Damit will DEW bis 2023 Verbesserungen von rund 24 Millionen Euro herauskitzeln. Auch das Personal ist kein tabu: Nach gegenwärtigem Stand sollen bei DEW und der Netzgesellschaft Donetz rund 130 Stellen abgebaut, in bestimmten Bereichen wie IT aber rund 50 Stellen aufgebaut werden. Unter dem Strich könnten innerhalb der nächsten Jahre rund 80 Arbeitsplätze wegfallen – ohne Kündigungen. Zurzeit haben DEW und Donetz rund 1020 Mitarbeiter.

Stadtwerke wollen Einnahmeverlust auffangen

Die Stadtwerke reagieren gelassen auf die „Gewinnwarnung“ ihrer Tochter. Es bestehe Konsens, den Prozess zu unterstützen, sagt Sprecher Bernd Winkelmann. Unklar sei noch, wie die zu erwartenden Mindererträge aufgefangen würden. Das sei aber Sache der Stadtwerke, so Winkelmann. „Der Haushalt der Stadt Dortmund wird dadurch in keiner Weise belastet.“ Die Stadtwerke nutzen die Erträge aus ihren Energiebeteiligungen, um die Verkehrsverluste von Bus und Bahn und des Airports auszugleichen.

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