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Energieversorger DEW21 bietet Kunden ab März Strom und Internetflat aus einer Hand

rnDortmunder Energie und Wasser

Der Druck auf dem Energiemarkt zwingt den örtlichen Versorger Dortmunder Energie und Wasser (DEW21), sich neu zu positionieren. DEW21 antwortet mit hohen Investitionen und neuen Produkten.

Dortmund

, 23.02.2019 / Lesedauer: 3 min

„In Zeiten der Energiewende werden die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden immer individueller“, sagt Heike Heim, Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung. „Darauf müssen wir reagieren“. Rund eineinhalb Jahre hat DEW21 an einer neuen Strategie gearbeitet, über alle Abteilungen und Bereiche hinweg Geschäftsfelder und Marktchancen geprüft. Ergebnis: Unter dem Motto „#aufbruchDEW21“ will sich der örtliche Versorger in den kommenden fünf Jahren bis 2023 „zu einem innovativen Energiedienstleister“ entwickeln, der seine Kunden mit individuellen Angeboten an sich bindet.

So sollen beispielsweise Immobilieneigentümer künftig die Möglichkeit haben, mit Blick auf die Emissionen selber zu entscheiden, „wie sauber die gelieferte Wärme sein soll“, wie Peter Flosbach, technischer Geschäftsführer formuliert. Unter dem Motto „Echte Wärme“ soll es fünf Qualitätsstufen geben – von „ideal“ bis „klassik“. Von der ausgewählten Klimastufe hängt dann ab, welche Heiztechnik im Rahmen eines Contracting-Verfahrens von DEW21 eingebaut wird. Der Kunde, so die Botschaft, erhalte eine persönliche, auf ihn zugeschnittene Lösung, die von DEW21 umgesetzt werde.

"Kumpel-Tarif" lockt mit Treue-Bonus

Auf Stromkunden zielt das Angebot, Stromlieferung von DEW21 und Internetflat von Dokom zu verbinden: Wer will, kann in einen Stromtarif wechseln, der beide Leistungen aus einer Hand bietet. Ab März soll das Kombi-Produkt mit dem Slogan „Strom und Internet werden in Dortmund jetzt Kumpels“ beworben werden. Die Kunden können aus zwei unterschiedlichen Angeboten („webkumpel16“ und „webkumpel100“) wählen, in welchem Tempo sie durchs Netz surfen wollen.

Energieversorger DEW21 bietet Kunden ab März Strom und Internetflat aus einer Hand

DEW21 möchte seine Kunden künftig mit individuellen Angeboten an sich bindet. © Dieter Menne (Archiv)

Weitere Kombi-Produkte mit kommunalen Unternehmen, etwa den Dortmunder Stadtwerken, sind in Vorbereitung. Wer sich für ein solches Kombi-Produkt entscheidet, soll am Ende preiswerter dastehen als mit Abschluss von Einzelverträgen. Und: Kunden, die dabei bleiben, sollen mit einem „Treuebonus“ von rund 60 Euro pro Jahr belohnt werden.

Wegen geringer Renditeaussichten hat sich DEW21 von neuen Windkraft-Projekten verabschiedet und wendet sich vermehrt der Sonnenenergie (Photovoltaik) zu. Ab Jahresmitte will der Versorger auch Kunden aus Gewerbe und Industrie Mietmodelle (Contracting-Modelle) für Planung, Bau und Betrieb von Sonnenmodulen auf Dächern anbieten. Gleichzeitig ist geplant, auf brachliegenden Flächen Photovoltaik-Anlagen zu installieren, beispielsweise am Dortmunder Flughafen. In Sachen Elektromobilität will DEW21 ab Ende März auch auf Privatkunden zugehen und ihnen (ähnlich wie den Geschäftskunden) Servicedienste bieten, die von Beratung bis zur Installation von Ladeboxen gehen.

Bis 2023 sollen rund 300 Millionen Euro investiert werden

„Einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz“ sieht Technik-Geschäftsführer Flosbach im Umbau des alten Dampfnetzes in der Innenstadt zu einem Warmwassernetz. Bis 2023 soll ein Verbundnetz aufgebaut sein, das sich künftig nicht mehr mit gasbasierter Wärme aus dem RWE-Kraftwerk an der Weißenburger Straße speist, sondern aus industrieller Abwärme der Deutschen Gasrußwerke am Hafen.

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Bis 2030 läuft der Vertrag mit den Gasrußwerken. „Industrielle Abwärme ist grüner Wärme gleichgesetzt“, sagt Flosbach. Durch den Umbau des Fernwärmenetzes würden in Dortmund jährlich 45.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Das entspreche dem Ausstoß von rund 30.000 Autos.

Unter dem Strich sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 300 Millionen Euro unter anderem in die Ertüchtigung und Digitalisierung der Gas-, Wasser- und Stromnetze gesteckt werden. Gleichzeitig werde aber auch in neue Köpfe investiert, wie Arbeitsdirektor Manfred Kossack betont.

Während insgesamt 130 Stellen abgebaut werden, sollen rund 50 Stellen in strategisch wichtigen Bereichen wie etwa IT aufgebaut werden. Da passt es ins Bild, dass DEW21 bereits jetzt Spezialisten für die Digitalisierung sucht. Mit einem Überschuss von rund 58 Millionen Euro erwartet DEW21-Chefin Heike Heim ein ähnliches Ergebnis wie 2017. Danach rechnet man bei DEW21 wegen der hohen Investitionen erst einmal mit einem Rückgang der Gewinne.

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