Eng und gefährlich: Politiker fordern Tempo 30 für den Hellweg

rnWickeder Hellweg

Für mehr Sicherheit auf dem Wickeder Hellweg fordern Politiker jetzt Tempo 30. Das will jedoch gut überlegt sein. Die Verwaltung reagiert skeptisch.

Wickede

, 24.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Mitglieder aus Politik und Verwaltung haben sich am Wickeder Hellweg getroffen, um zu erörtern, wie die Straße sicherer gemacht werden kann. Der Termin ist Ergebnis eines Besuchs des Verwaltungsvorstands vor der Sommerpause in der Bezirksvertretung Brackel.

Straßenraum ist zu eng

Der gesamte Straßenraum sei einfach zu eng, um Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer unterzubringen, sagte Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (SPD) zu Beginn. Hinzu komme die Stadtbahn, die hier im Zehn-Minuten-Takt in beide Richtungen fährt. Schon allein wenn der Fahrer eines parkenden Autos die Tür öffne und dabei die Stadtbahn übersehe, die hier ganz nah am Straßenrand fährt, komme es regelmäßig zu gefährlichen Situationen.

Viele Lastwagen und Lieferverkehr

Die vielen Lkw und der Lieferverkehr tun ihr Übriges, außerdem sei es für Radfahrer gefährlich, die Schienen in einem spitzen Winkel zu kreuzen. Man kann dann leicht mit den Reifen in den Gleisen hängenbleiben. Es gebe viele Garageneinfahrten, die zusätzlich für Verkehrsbehinderungen sorgen.

An einen separaten Radweg sei wegen der Enge nicht zu denken, aber zumindest fordere die Bezirksvertretung auf Antrag der SPD-Fraktion Tempo 30, so führte Czierpka weiter aus, und: „Wir wollen ja nur ein kleines bisschen mehr Sicherheit.“

Eng und gefährlich: Politiker fordern Tempo 30 für den Hellweg

Diskutierten vor Ort über den Wickeder Hellweg (v.l.): SPD-Ratsvertreter Friedhelm Sohn, Volker Brockmeier (Tiefbauamt) Stadtrat Martin Lürwer, Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka, Markus Sonnenschein (Tiefbauamt), Dirk Risthaus (CDU), Dirk Sanke (SPD) und Martin Unland (CDU). © Schröter

Man könne hier doch ohnehin nicht schneller als Tempo 30 fahren, entgegnete Stadtrat Martin Lürwer. Dem widersprach Czierpka. Viele Autofahrer würden versuchen, noch schnell an einem Hindernis wie der Stadtbahn oder einem haltenden Lieferwagen vorbeizukommen und würden dann aufs Gaspedal drücken, so der Bezirksbürgermeister.

Tempo-Reduzierung rechtlich gar nicht möglich?

Ob Tempo 30 wirklich kommen kann, ist letztlich auch eine rechtliche Frage, wie Tiefbauamtsmitarbeiter Volker Brockmeier darlegte. Kommunen sind vom Gesetzgeber angehalten, eine bestimmte Anzahl an überörtlich relevanten Straßen vorzuhalten, auf denen dann Tempo 50 gelten muss.

Aber es gibt Ausnahmen: vor Schulen und Kindergärten zum Beispiel. Beides gibt es jedoch am Wickeder Hellweg nicht. Zwar sei es dennoch möglich, hier Tempo 30 zu begründen, so Brockmeier, aber: „Die Stadt verliert auch nicht gerne Prozesse vor dem Verwaltungsgericht.“ Es habe neulich einen anderen Fall gegeben, in dem die Stadt Tempo 30 wieder zurücknehmen musste, ergänzte Lürwer.

Angst vor Verkehrschaos bei weiterer Ampel

Die Teilnehmer am Ortstermin diskutierten auch, ob eine weitere Fußgängerampel in Höhe der Sparkasse sinnvoll ist. Da stelle sich jedoch die Frage, ob es dann nicht doch ein wenig zu viele Ampeln im Wickeder Zentrum gebe. Bedenken hat Markus Sonnenschein vom Tiefbauamt auch bei dem Vorschlag, die vorhandenen Ampeln so zu schalten, dass Fußgänger immer Vorrang haben, obwohl das technisch kein Problem sei. Das könne aber leicht zu einem Verkehrschaos führen.

„Man hat an den Fußgängerampeln schon manchmal extrem lange Wartezeiten“, hatte SPD-Ratsvertreter Friedhelm Sohn zuvor ausgeführt. Weil in Wickede viele Geschäfte auf beiden Seiten des Hellwegs liegen, gebe es viel Fußgängerverkehr quer über den Hellweg.

Stadtbahn zweigleisig?

Friedhelm Sohn und der SPD-Bezirksvertreter Dirk Sanke wiesen noch einmal darauf hin, dass es sinnvoll sei, die Stadtbahn in Wickede zweigleisig fahren zu lassen – ähnlich wie in Asseln. Möglich sei das sehr wohl, antwortete Markus Sonnenschein.

Er habe allerdings gehört, so Czierpka, dass die Zweigleisigkeit aus DSW21-Sicht hier an diesem Endstück keinen Sinn mache. Große Verspätungen entstehen in Wickede durch die Eingleisigkeit nicht. In Asseln sei das eben anders. Wenn da ein Wagen liegen bleibt, sind viel größere Streckenabschnitte lahmgelegt.

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