Acht Wohnungen sind in dem Neubau eines privaten Eigentümers bereits vermietet. Die Penthouse-Wohnung in der Nähe des Phoenix-Sees ist aber noch zu vergeben. © Jörg Bauerfeld
Luxus-Immobilie

Entsteht hier Dortmunds teuerste Mietwohnung?

In begehrter Lage entsteht eine Wohnung, deren Warmmiete so manchem Schnappatmung verursacht. Dennoch: Es gibt schon Interessenten - einer davon ist verblüffend.

Wer in Dortmund nach einer günstigen Mietwohnung sucht, der wird über dieses Angebot bei Ebay-Kleinanzeigen schnell hinweg scrollen. Der Preis ist auf den ersten Blick alles andere als günstig.

In einem modernen Neubau, der zurzeit noch fertiggestellt wird, sind die acht Etagenwohnungen bereits vermietet, aber das Penthouse mit 218 Quadratmetern Wohnfläche ist noch zu vergeben.

Für den Erstbezug und das Luxuswohnen in der Nähe zum Phoenix-See werden 2590 Euro aufgerufen – als Kaltmiete. Die Warmmiete soll 3235 Euro pro Monat betragen.

Preis eigentlich im Rahmen

Beim genaueren Nachrechnen zeigt sich: Rechnet man die Kaltmiete um, dann liegt der Quadratmeter-Preis für das Objekt bei knapp 12 Euro. Das ist angesichts einer Komfortausstattung im Neubau mit Fußbodenheizung und Dachterrasse sowie in der begehrten Lage nahe des Phoenix-Sees in Dortmund längst kein Wucherpreis.

„Damit liegen wir für Dortmunder Neubau-Verhältnisse im Rahmen“, sagt Tom Kulla. Alle anderen acht Wohnungen im Haus, für die es 300 Anfragen gegeben habe, seien auch innerhalb weniger Wochen vermietet gewesen.

Vier Schlafzimmer und drei Badezimmer

Das Penthouse in dem Mehrfamilienhaus in Benninghofen verfügt am Ende über fünf bis acht Zimmer (die Aufteilung des Grundrisses kann noch mitgestaltet werden) plus vier Schlafzimmer, Küche und drei Badezimmer. „Bei diesem Objekt handelt es sich um ein einzigartiges Angebot“, heißt es in der Anzeige auf Ebay. Die Wohnung hat auch einen direkten Zugang über den Aufzug.

„In anderen Städten, etwa in Köln, haben wir solche Wohnungen immer mal im Angebot, aber für Dortmund ist das schon außergewöhnlich“, sagt Jens Hamburger von Dieckmann Immobilien in Schwerte.

Die genaue Anschrift möchte er nicht verraten, auf jeden Fall sind es aber nur drei Minuten zu Fuß von der Haustür bis zum Phoenix-See. „Anfragen hatten wir für die Wohnung durchaus schon einige, aber bis jetzt ist für die privaten Eigentümer des Gebäudes noch nicht der passende Mieter oder die passende Mieterin dabei gewesen“, sagt Jens Hamburger.

Acht Wohnungen sind in dem Neubau nahe des Phoenix-Sees in Dortmund bereits vermietet. Eigentümer der Immobilie ist ein selbstständiger Handwerker, der mit den Mieterträgen seine Altersversorgung sichern möchte, sagt Tom Kulla, Immobilienberater für Dieckmann Immobilien in Schwerte.
Acht Wohnungen sind in dem Neubau nahe des Phoenix-Sees bereits vermietet. Eigentümer der Immobilie ist ein selbstständiger Handwerker, der mit den Mieterträgen seine Altersversorgung sichern möchte, sagt Tom Kulla, Immobilienberater für Dieckmann Immobilien in Schwerte. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Sein Kollege Tom Kulla berichtet, dass sich neben Ärzten, Anwälten und selbstständigen Unternehmern auch ein Priester gemeldet habe. „Das Bistum hätte sich an dem Mietpreis auch gar nicht gestört, am Ende war die Wohnung einfach zu groß“, sagt der Immobilienberater. Das Penthouse, in dem derzeit noch die Handwerker das Sagen haben, soll Anfang des nächsten Jahres bezugsfertig sein.

In Dortmund liegt der durchschnittliche Mietpreis für eine 100-Quadratmeter-Immobilie laut Mietspiegel bereits bei 9,15 Euro/m² – und da sind sowohl Bestands- als auch Neubauwohnungen eingerechnet.

„Bei Neubauten“, so erklärte Thomas Bach, Hauptgeschäftsführer bei Haus & Grund Dortmund, bereits im Frühjahr gegenüber unserer Redaktion, „liegt die Kaltmiete in Dortmund bei 9 bis 12 Euro.“

Die auf den ersten Blick horrend erscheinende Kaltmiete von 2590 Euro macht also bei dem Penthouse in Benninghofen vor allem die Größe von 218 Quadratmetern aus.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle