Envio klagt gegen die Sanierung des Gift-Geländes

PCB-Skandal im Hafen

Die Skandal-Firma Envio hat die Frist der Bezirksregierung zur Sanierung des verseuchten Geländes im Hafen verstreichen lassen. Stattdessen klagt Envio jetzt gegen die angeordnete Sanierung. Es geht auch um Kosten in Millionenhöhe.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 01.08.2011, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Skandal-Firma Envio im Dortmunder Hafen.

Die Skandal-Firma Envio im Dortmunder Hafen.

Die Bezirksregierung ist jetzt auf jeden Fall am Zuge und hat sich bereits darauf vorbereitet. So wurde auch schon die sofortige Vollziehung der Sanierung angeordnet. Weil Envio dies nicht akzeptiert, will man als so genannte "Ersatzvornahme" nun eine europaweite Ausschreibung für die umfassende Sanierung in Auftrag geben. Weil die Skandal-Firma selbst sich weigert, die Sanierung nach den Vorgaben aus Arnsberg in die Wege zu leiten und gegen die entsprechende Anordnung geklagt hat, kommt es nun auf eine juristisch saubere Vorbereitung an.

Wie wichtig dies ist, zeigt schon der Umstand, dass Envio gegen fast alle Vorgaben rechtlich vorgeht. Mehr als 20 Klagen sind allein beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen anhängig. Über die ersten vier wird am Donnerstag verhandelt. Außerdem geht es um viel Geld, das man sich möglichst von Envio wieder holen will. Denn die Kosten für die Sanierung werden auf rund 5,5 Millionen Euro geschätzt.

Immerhin sind zwei Hallen auf dem Envio-Areal im Hafen so stark mit PCB belastet, dass sie komplett abgerissen werden sollen. In einer anderen Halle muss zumindest der Boden abgefräst werden – wie auch auf einem Teil des Außengeländes.

Bis die Arbeiten beginnen, wird wegen der Ausschreibungspflicht einige Zeit vergehen. Ziel ist es, bis Jahresende mit der Sanierung zu starten. „Das ist in der Sache unbefriedigend, aber wegen der rechtlichen Vorgaben nicht schneller zu machen“, erklärt Bezirksregierungssprecher Christoph Söbbeler. 

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