Envio-Prozess: Opfer lehnen Richter ab

Befangenheitsantrag

Wieder einmal herrscht Stillstand im Envio-Prozess: Die Nebenkläger haben am Dienstag einen Befangenheitsantrag gegen die drei Berufsrichter der 35. Strafkammer gestellt. Dabei geht es ihnen eigentlich immer noch um den Gutachter.

DORTMUND

17.03.2015, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Envio-Prozess geht es nicht weiter voran - die Nebenkläger lehnen Gutachter und Richter ab.

Im Envio-Prozess geht es nicht weiter voran - die Nebenkläger lehnen Gutachter und Richter ab.

Die ehemaligen Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebes befürchten, dass die Richter nicht mehr objektiv sind und mit allen Mitteln versuchen, den Haupt-Sachverständigen Professor Albert Rettenmeier im Verfahren zu halten.

Dass die Nebenkläger mit der Leistung des Gutachters nicht zufrieden' id='2595167' tag='' type='Artikel sind, haben sie mehr als nur einmal deutlich gemacht. Rettenmeier hat bisher einen kausalen Zusammenhang' id='2383883' tag='' type='Artikel zwischen den erhöhten PCB-Werten im Blut der Betroffenen und möglichen Erkrankungen ausgeschlossen. Eine Verurteilung der Angeklagten wegen Körperverletzung scheint danach nicht mehr möglich' id='2457346' tag='' type='Artikel.

Verfahren liegt inhaltlich auf Eis

Nachdem die Richter zuletzt den zweiten  Ablehnungsantrag gegen Rettenmeier  zurückgewiesen hatten, sind sie nun selbst ins Zentrum der Kritik geraten. In der Begründung der Zurückweisung' id='2650428' tag='' type='Artikel hätten sie „zu einer Vermutung gegriffen, die sachlich völlig unzutreffend und wissenschaftswidrig ist“, warf Nebenklage-Anwältin Jordana Wirths ihnen am Dienstag vor.

Ob der Befangenheitsantrag gegen die Richter begründet ist, muss nun eine andere Strafkammer klären. Bis dahin kann das Verfahren inhaltlich nicht weitergehen. 

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