Erlöse drastisch gesunken: Fußballmuseum braucht deutlich mehr Zuschuss

rnCoronaschäden

Das Deutsche Fußballmuseum braucht kurzfristig deutlich mehr Geld als gedacht. Die Corona-Pandemie hat die angespannte Finanzlage weiter verschärft. Die Prognose fürs laufende Jahr sieht ein hohes Defizit vor.

Dortmund

, 15.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende 2019 zeichnete sich ab, dass die Einrichtung am Königswall erstmals in die roten Zahlen rutschen würde. Nach aktuellem Stand hat das Haus im vergangenen Jahr ein Minus von 856.000 Euro erwirtschaftet. Als Gründe wurden neben den Abschreibungen deutlich gesunkene Sponsorengelder genannt.

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Schnell war klar: Die Stadt muss als Mitgesellschafter des Museums tiefer in den Geldbeutel greifen, als ihr lieb ist. Im Februar rang sich die Politik durch, dem Museum 2020 und 2021 mit einem Verlustausgleich von je 900.000 Euro zu helfen – so viel wie nie seit Eröffnung des Hauses 2015. Doch das Geld wird nicht reichen: Die Corona-Pandemie, die niemand auf der Rechnung haben konnte, fräst sich - wenig überraschend - auch in die Bilanz des Fußballmuseums.

Museum rechnet mit Verlusten von 2,3 Millionen Euro

In einer der Politik vorliegenden Prognose wird das Haus das laufende Jahr mit einem voraussichtlichen Minus von rund 2,356 Millionen Euro abschließen. Auch das Betriebsergebnis, 2019 mit 591.000 Euro im Plus, wird wohl in die roten Zahlen abdriften: Erwartet wird ein Defizit von 766.000 Euro - trotz Kurzarbeit und Sparmaßnahmen.

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Die Erlöse sind wie in etlichen anderen Kultureinrichtungen corona-bedingt eingebrochen. Laut der Prognose werden die Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Merchandising und Sponsoring bis Jahresende um 42 Prozent sinken. Das Museum selbst rechnet nur noch mit Erlösen von 2,76 Millionen Euro – 2019 waren es 4,8 Millionen Euro. Folge: Die ohnehin angespannte Finanzlage des Museums hat sich akut verschärft. Um die Zahlungsfähigkeit zu sichern, muss frisches Geld her: Benötigt werden rund 800 000 Euro.

Die Stadt wäre mit 1,7 Millionen Euro dabei

Im Museum ist man bemüht, den Gesellschafter Stadt erstmal nicht anzuzapfen: Das Haus, das zu je 50 Prozent vom DFB und der Stadt getragen wird, versucht sich mit Geld aus dem Corona-Sondertopf „NRW-Bank.Gemeinnützige Organisationen“ zu behelfen. Ob das funktioniert, ist bislang unklar.

Falls der Kredit nicht kommt, bereitet die Verwaltung die Politik darauf vor, dass die Stadt kurzfristig mit 800.000 Euro einspringen muss. Sie kämen zusätzlich auf jene 900.000 Euro drauf, die der Kämmerer auch ohne die Einbrüche aus der Corona-Pandemie für 2020 zu überweisen hat.

Somit würde für die Stadt ein Gesamtbetrag von 1,7 Millionen Euro fällig. Der DFB hat bereits selbst ein Darlehen von einer Million Euro eingebracht. Welche Kosten am Ende insgesamt an der Stadt hängen bleiben, wird sich wohl erst 2021 zeigen.

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Nach wie vor gilt, was beide Gesellschafter im Konsortialvertrag vereinbart haben: Verluste bis zu 500.000 Euro werden hälftig getragen. Alles, was darüber hinausgeht, ist Sache der Stadt.

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