Ermittler bringen 30 Räuber und Diebe in Untersuchungshaft

Polizei-Bilanz

Seit September 2015 arbeitet die Ermittlungskommission "Maghreb" in Dortmund. Die Polizisten ermitteln speziell gegen nordafrikanische Diebe und Räuber. Jetzt gibt es eine erste Bilanz: Bislang brachten die Beamten 30 Verdächtige in Untersuchungshaft.

DORTMUND

01.03.2016, 12:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Taschendiebe und Räuber nordafrikanischer Herkunft hat es die Ermittlungskommission "Maghreb" der Dortmunder Polizei abgesehen.

Auf Taschendiebe und Räuber nordafrikanischer Herkunft hat es die Ermittlungskommission "Maghreb" der Dortmunder Polizei abgesehen.

In einer Pressemitteilung klärt die Dortmunder Polizei auf. Die Stadt habe eine attraktive Innenstadt, viele spannende Großveranstaltungen und ein umfassendes Bus- und Bahnnetz, deshalb ziehe Dortmund nicht nur Touristen und Besucher, sondern auch Taschendiebe an. Die Einheit "Tasche" ist seit 2014 gegen Taschendiebe im Einsatz, im September 2015 gründete die Polizei zusätzliche die Ermittlungskommission "Maghreb".

Immer mehr Taten würden von Personen nordafrikanischer Herkunft begangen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Täter seien zwischen 15 und 25 Jahre alt und agierten selten allein, dafür häufig in kleinen Gruppen. Vor allem in der Innenstadt sollen sie nach Angaben der Ermittler zuschlagen - zum Beispiel mit der sogenannten Antanzmasche. Abgesehen hätten sie es vor allem auf Smartphones und Geldbörsen. Die Bilanz nach fünf Monaten lautet: Die Ermittler haben 30 Taschendiebe und Räuber nordafrikanischer Herkunft in Untersuchungshaft gebracht. 

Hehler-Laden: 60 Straftaten aufgeklärt

Nachdem die Polizei im Dezember einen Hehler-Laden in der Nordstadt ausgehoben' tag=' hatte, sei die Ermittlungskommission "Maghreb" 35 Tatverdächtigen auf die Spur gekommen. Gegen zehn von ihnen erging Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Taschendiebstahls, gegen zwei wegen Hehlerei. "60 Straftaten klärten die Ermittler damit auf", schreibt die Polizei.

Doch die Ermittler gehen nicht nur gegen Taschendiebe vor. Die Polizei schildert die Vorgehensweise zweier jungen Männer, denen 18 Taten im Innenstadtbereich zugeschrieben werden: Während Autofahrer gerade aus dem Wagen aussteigen oder ein Parkticket ziehen, würden sie von einem der Männer abgelenkt - durch ein Gespräch oder einen fallen gelassenen Schlüssel. Der zweite Täter entwende laut Polizei gleichzeitig Geldbörse, Handy oder Tasche aus dem Auto. Gegen die 20 und 22 Jahre alten Marokkaner haben die Ermittler Haftbefehle erwirkt.

Umfeld der Täter zerschlagen

Polizeipräsident Gregor Lange lobt die ersten Erfolge der Ermittlungskommission: "Ihre zentralisierte Arbeit macht es erst möglich, Tatzusammenhänge und Serien zu erkennen sowie die Strukturen hinter Straftaten zu erhellen und aufzudecken." Es sei nicht nur wichtig, die Täter zu fassen - sondern auch ihr Umfeld zu zerschlagen oder zu schwächen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Doch das zugrundeliegende Problem könne die Polizei nicht alleine lösen, wird Lange zitiert: "Vielmehr müssen alle beteiligten Institutionen zusammenarbeiten, damit diese Menschen aufgrund von ungeklärtem Aufenthaltsstatus, Chancen- und Perspektivlosigkeit gar nicht erst zu Straftätern werden."

Die Tipps der Polizei:

  • Taschendiebe lenken ihre Opfer häufig ab, Gedränge und Menschenmengen spielen den Tätern zusätzlich in die Karten. Seien Sie also gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnstationen, bei Veranstaltungen und in Fußgängerzonen wachsam!
  • Mittlerweile gibt es vermehrt Diebstähle aus Fahrzeugen. Auch dabei setzen die Täter auf Ablenkung. Lassen Sie Ihr Auto nie unverschlossen stehen - auch nicht für wenige Minuten - und die Wertsachen nicht unbeobachtet auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz liegen!
  • Verständigen Sie sofort die Polizei, wenn Sie Opfer eines Taschendiebstahls oder einer Straftat geworden sind, damit die Beamten möglichst schnell reagieren können.
  • Melden Sie sich jedoch auch bei der Polizei, wenn es lediglich zu einem Tatversuch gekommen ist: Nur so erhalten die Beamten Hinweise auf Schwerpunkte und mögliche Serien.

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