Erneute Briefwahl-Panne: Stadt Dortmund verschickt falschen Stimmzettel

rnKommunalwahl 2020

Erneute Panne bei den Briefwahlen der Stadt Dortmund: Ein 63-Jähriger erhielt einen Stimmzettel für die Bezirksvertretung in einem anderen Stadtbezirk. Die Stadt hat eine Erklärung.

Mengede

, 08.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Werner Bialek lebt in der Mengeder Heide. Wie zigtausend andere Dortmunder auch, hat der 63-Jährige Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahlen am kommenden Sonntag (13.9.) beantragt. Bialek öffnet den Umschlag des Wahlamtes und entnimmt die Stimmzettel. Als der rote Wahlzettel für die Bezirksvertretung (BV) vor ihm auf dem Tisch liegt, wundert er sich.

Unter dem Listenplatz 1 liest er für die SPD als Spitzenkandidaten Harald Hudy. Bialek schaut auf den Kopf des Wahlscheins: „Stimmzettel für die Wahl der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Huckarde...“ steht dort. Für den Mengeder ist klar: Hier liegt ein Fehler vor.

„Viele andere achten vielleicht nicht so auf die Kandidaten“, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion, „und kennen die Namen gar nicht“. Nachvollziehbar – stehen die Namen der vorderen Listenplätze in relativ kleiner Schrifttype auf dem Stimmzettel. Groß dagegen sind die Namen der Parteien zu lesen.

Werner Bialek kennt „seine“ Kandidaten

Werner Bialek weiß jedoch, dass Harald Hudy Bezirksbürgermeister in Huckarde ist und nicht in Mengede für die SPD kandidiert. Denn er ist selbst Beisitzer im Mengeder Ortsverein und in der abgelaufenen Wahlperiode Ersatzkandidat für Bezirksvertreterin Anja Hubert.

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„Es war aber nur der Stimmzettel für die Bezirksvertretung falsch“, sagt der Mengeder. Für die Rats-Wahl ist das richtige Blatt in den Wahlunterlagen. Bialek wohnt im Wahlkreis 41. Hier steht Torsten Heymann als Ratskandidat oben auf dem Zettel – und der ist Vorsitzender von Bialeks SPD-Ortsverein.

Werner Bialek setzt sich direkt mit dem Wahlamt in Verbindung. Das sagt zu, dass er umgehend per städtischem Fahrdienst einen richtigen Stimmzettel zugestellt bekomme. „Es kann ja ein Versehen gewesen sein“, ist der 63-Jährige nachsichtig. Trotzdem bleibt die Frage, wie das Vertauschen passieren konnte.

Stadt räumt Ärgernis für beide Seiten ein

Stadtsprecher Maximilian Löchter hat eine nachvollziehbare Erklärung. „Die Briefwahlunterlagen wurden von unserem Dienstleister produziert“, schreibt er auf Anfrage. Die Schnittstelle beim Zusammenstellen der Wahlscheine könne eine mögliche Fehlerquelle sein.

In der automatisierten Produktion werden von einer BV zur anderen BV und somit auch anderen Wahlbezirken die Schächte neu bestückt. Möglicherweise habe ein Stimmzettel fälschlicherweise noch in der „Pipeline“ gesteckt, erklärt Löchter. „Bei den fast 100.000 produzierten Briefwahlunterlagen ist dies der zweite Fall, der uns bekannt wurde. Jeder Einzelfall ist für den Betroffenen und für uns ärgerlich.“

Werner Bialek hofft, dass es nicht noch mehr Fälle gibt. Und: „Vielleicht achten die Leute ja nun ein wenig mehr darauf, was in ihren Unterlagen ist.“

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