Erotik, Mord und Homosexualität sind Predigt-Themen in Brackeler Kirche

rnBrackeler Kirche am Hellweg

Wer „anstößige“, spannende und provokante Texte aus der Bibel kennenlernen möchte, den lädt die Evangelische Gemeinde Brackel zu ihrer besonderen Predigt-Reihe in den Ferien ein.

Brackel

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Biblische Themen wie die Erschaffung der Welt, die Geschichte vom barmherzigen Samariter oder von der Sintflut und Noahs Arche kennt fast jeder. Und über sie ist auch schon oft gepredigt worden. Aber wer weiß schon, dass es in vielen biblischen Texten auch derb, erotisch, gewalttätig oder „politisch unkorrekt“ zugeht? Diesen heiklen oder skandalösen Geschichten widmet die Evangelische Gemeinde Brackel eine Predigtreihe in den Sommerferien. In den 10-Uhr-Gottesdiensten in der Kirche, Brackeler Hellweg 142, geht es an den nächsten sieben Sonntagen ab dem 14. Juli um Erotik, Ehebruch, Mord, Homosexualität, Bruderkrieg, Freitod und Prostitution.

Manchmal sieht die Bibel die Dinge „überraschend anders“

„Das sind Themen aus der Bibel, über die normalerweise nicht gern gepredigt wird“, erklärt Pfarrer Uli Mörchen, der die Idee zu der besonderen Predigtreihe hatte. Sicherlich wirke die Position der Bibel zu diesen Themen aus heutiger Sicht mitunter veraltet, doch manchmal eben auch „überraschend anders“, findet Uli Mörchen. Er selbst beschäftigt sich mit den Themen Mord (Exodus 2 - Moses Kontrollverlust) am 28. Juli und Homosexualität (Römer 1- Begierden der Herzen) am 4. August.

Den Anfang macht am 14. Juli Pfarrerin Sandra Sternke-Menne mit der Erotik. Sie spricht über das Hohelied der Liebe, das die sinnliche Liebe zwischen Mann und Frau schildert. „Das ist sehr lyrisch“, erzählt sie. Es drücke auch gut die Ängste aus, die mit der Erotik verbunden seien, und behandle ebenfalls das Thema Trennung.

Den Ehebruch anhand der Geschichte von David und Batseba (1. Samuel) sowie den Bruderkrieg am Beispiel von Jakob und Esau (Genesis 32) beleuchtet Pfarrerin Bettina Schreiber am 21. Juli und am 11. August. „Für unsere Konfirmanden ist das Verbot des Ehebruchs das unwichtigste der zehn Gebote“, bemerkt Sandra-Sternke-Menne in diesem Zusammenhang. Und die Geschichte von Jakob und Esau lese sich wie ein guter Roman.

Der Freitod als Reizthema von Goethe bis zur „Sünderin“

Ein Tabu-Thema ist am 18. August der Freitod. Dennoch ist es in Literatur und Film sehr präsent. Man denke nur an „Die Leiden des jungen Werther“, seinerzeit ein Skandalroman von Goethe, den viele Selbstmörder unter dem Kopfkissen hatten, oder an den Film „Die Sünderin“, der in den 50er-Jahren Proteste nicht nur wegen der Nacktszene auslöste, sondern auch, weil das Liebespaar den Freitod wählt. „Freitod ist ein spannendes Thema, und es ist schwierig, sich klar zu positionieren“, sagt Pfarrer im Ruhestand Peter Lübbert, der die Predigt hält und dabei den Freitod von Judas behandelt (Matthäus 27).

Den Abschluss bildet das Thema Prostitution anhand der Geschichte von Juda und Thamar (Genesis 38) mit Sandra Sternke-Menne.

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