Coronavirus ist nicht das einzige Problem des Tennisclubs in Mengede

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Der Mengeder Tennisclub musste bereits 2019 eine Krise verkraften, jetzt folgt mit Corona die nächste. Doch die Mitglieder tragen ihren Verein auch diesmal durch die schwere Zeit.

Mengede

, 20.04.2020, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern seit Montag (20.4.) wieder Tennis gespielt werden darf, bleibt es auf den Tennisplätzen in NRW weiterhin ruhig. Denn hier darf der Spielbetrieb noch nicht starten.

„Unsere Mitglieder sind natürlich traurig“, sagt Susanne Staudinger als Vorsitzende des Tennis Clubs Mengede. „Wir hoffen, dass NRW bald nachzieht.“ Schließlich seien die Plätze bereits seit Ende März bereit für den Spielbetrieb.

Noch vor der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen seien das Clubhaus und der Außenbereich in Mengede in Ordnung gebracht worden. Auch der Platzbauer habe die Plätze vorbereitet. „Unser Platzwart wässert und walzt sie seitdem täglich“, sagt Susanne Staudinger.

Tennisverein muss im zweiten Jahr den Spielbetrieb lahmlegen

Allerdings sei es wichtig, dass die Plätze regelmäßig bespielt und danach gewässert und abgezogen werden, um sie richtig zu festigen. „Wenn wir nicht bald anfangen dürfen, gehen uns die Plätze kaputt.“

Inzwischen fehlen dem Mengeder Tennis Club vier Wochen der Saison. Bereits im vergangenen Jahr lag der Spiel- und Trainingsbetrieb für sechs Wochen lahm. Damals war der Eichenprozessionsspinner schuld, der sich in den Bäumen rund um die Anlage eingenistet hatte.

„Ich habe schon gesagt: Wenn nach dem Eichenprozessionsspinner im letzten Jahr und jetzt Corona dann im Sommer wieder der Eichenprozessionsspinner kommt, ist es für uns richtig schlimm“, sagt Susanne Staudinger.

Denn noch stehe der Verein Dank der bereits gezahlten Jahresbeiträge auf sicheren Beinen. Und wie auch 2019 seien die Vereinsmitglieder geduldig, es gebe keinerlei Beschwerden. „Alle wissen ja, dass wir in beiden Fällen nichts dafür konnten – und diesmal sind ja auch nicht nur wir betroffen.“

2019 waren die Tennisanlage am Schersfeld und der Wald rundherum komplett abgeriegelt.

2019 waren die Tennisanlage am Schersfeld und der Wald rundherum komplett abgeriegelt. © (A) Carolin West

Abstand ist groß genug

Dennoch könne es sich der Tennis Club Mengede nicht leisten, wegen einer Kombination aus Coronavirus und Eichenprozessionsspinner eine ganze Saison auszusetzen. „Irgendwann kündigen die Mitglieder dann vielleicht doch.“

Große und kleine Turniere seien bereits abgesagt worden, sodass die Frauen-, Männer- und Jugendmannschaften derzeit in der Luft hängen, was den weiteren Verlauf der Saison (bis Oktober) angeht.

Doch das Wichtigste für alle sei, zumindest wieder spielen zu dürfen. „Ich hoffe und gehe davon aus, dass bald wieder zu zweit oder sogar zu viert gespielt werden darf – auch wenn das Clubleben, das Gesellige, vermutlich noch deutlich länger warten muss“, sagt Susanne Staudinger.

Weil jedes Mitglied einen Schlüssel für die Anlage am Schersfeld habe, seien das Clubhaus, das der Verein in Eigenregie bewirtet, und die Terrasse derzeit geschlossen, um keine Einladung zum Beisammensein zu bieten.

Tennisplätze haben noch keine Netze

Zudem hängen die Netze noch nicht über den Tennisplätzen. „Wir können nicht rund um die Uhr kontrollieren, ob nicht doch jemand auf die Anlage geht, auch wenn ich es nicht glaube“, sagt Susanne Staudinger. „Deshalb wollten wir den Aufenthalt so unattraktiv wie möglich machen.“

Die Hoffnung ist allerdings groß, dass bald wieder gespielt werden darf. „Wir könnten jederzeit starten“, sagt Susanne Staudinger. „Und dann hoffe ich einfach, dass der Eichenprozessionsspinner wegen der Corona-Krise nicht vernachlässigt wurde und wir gutes Wetter bis zum Ende der Saison haben.“

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