Drogengeschäfte statt Badespaß: Dortmunder Hallenbad im Fokus der Polizei

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Die Kriminalität im Aplerbecker Ortskern war bereits im Sommer ein Thema. Nun gerät der Bereich rund um das Hallenbad in die Kritik. Die CDU-Fraktion fordert mehr Sicherheit.

Aplerbeck

, 03.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ortszentrum von Aplerbeck kommt derzeit nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Nachdem den Sommer über Jugendliche ihr Unwesen trieben, Überfälle begingen und ein älterer Mann am Bahnhof Aplerbeck Süd grundlos zusammengeschlagen wurde, rückt nun ein weiterer Bereich in den Fokus.

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Der Bereich rund um das Hallenbad. Idyllisch gelegen zwischen dem alten Dorfkern und der Emscher bietet er nicht nur Platz zum Durchatmen, sondern auch Platz, um Geschäfte zu machen – und zwar keine legalen. Es geht um Drogen. Schon in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) hatte die CDU-Fraktion auf den Missstand aufmerksam gemacht.

CDU wiederholt Forderung nach mehr Sicherheit

Nun wiederholt die CDU-Fraktionsvorsitzende Ingeborg Milde die Forderung nach mehr Sicherheit im Ortskern. Nicht nur rund um den Marsbruchplatz, sondern auch im Bereich des Hallenbades sowie in Richtung Emscher und den weiterführenden Schulen.

Hier halten sich öfters Jugendliche auf. Ob sie aber etwas mit dem Drogenhandel zu tun haben, steht nicht fest.

Hier halten sich öfters Jugendliche auf. Ob sie aber etwas mit dem Drogenhandel zu tun haben, steht nicht fest. © Jörg Bauerfeld

„Mir ist von Anwohnern mehrmals berichtet worden, dass sie beobachtet hätten, was im Bereich vor dem Hallenbad für Geschäfte ablaufen würden“, sagt Ingeborg Milde. Sie wartet zurzeit noch auf eine Rückmeldung seitens der Polizei. Denn das Problem mit dem Drogenhandel scheint auf der Aplerbecker Wache kein unbekanntes zu sein. Das ließ Wachleiter Michael Wintersehl in der letzten BV-Sitzung durchblicken.

Polizei hat ein Blick auf das Geschehen

Man habe das Geschehen dort im Blick und werde auch weiter kontrollieren. „Wir hatten aber gefordert, dass wir immer wieder über den Sachstand informiert werden,“ sagt Milde. Vielleicht, so die CDU-Politikerin, müsse man auch in diesem Bereich über eine Kameraüberwachung nachdenken. „Wir werden an dem Thema dran bleiben, das ist für uns sehr wichtig.“

Der Weg vom Schulzentrum zum Hallenbad: Das Gelände ist schlecht zu überblicken.

Der Weg vom Schulzentrum zum Hallenbad: Das Gelände ist schlecht zu überblicken. © Jörg Bauerfeld

Das Problem zwischen der Ruinenstraße und der Emscher ist das unübersichtliche Gelände. In alle Himmelsrichtungen gibt es hier Fluchtwege und jede Menge Buschwerk und Bäume. Für krumme Dinger ideal. „Gerade den hinteren Bereich des Bades können wir überhaupt nicht einsehen“, sagt Günter Miele, Vorstandsmitglied bei der SG Dortmund Süd.

Nicht alle Jugendlichen über einen Kamm scheren

Fenster gibt es in diese Richtung nicht. Aber was weiß man bei der SG über die Drogengeschäfte? „Gehört haben wir auch schon davon, erwischt haben wir noch keinen“, sagt Miele.

Wenn man etwas Auffälliges bemerken würde und vor die Tür ginge, seien diejenigen sofort verschwunden. „Es gibt sicher ein paar Jugendliche, die vor dem Hallenbad aufhalten und hier auch Alkohol trinken“, so Miele. Aber man solle nicht alle unter Generalverdacht stellen.

Nun hofft man bei der CDU noch in diesem Jahr einen Lagebericht von der Polizei zum Thema Drogen im Aplerbecker Ortskern zu erhalten.

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