Sonne, Mond und Sterne: Viele Kinder wollen dieses Jahr endlich wieder ihre Laternen ausführen. © picture alliance/dpa (Symbolbild)
St. Martin

Erste Martinsumzüge in Dortmund abgesagt – „Alle noch sehr vorsichtig“

An Dortmunder Schulen und Kitas gibt es in Bezug auf das Martinsfest Unsicherheiten. Es gibt verschiedene Modelle - einige Einrichtungen sagen die Umzüge komplett ab.

St. Martin bedeutet leuchtende Kinderaugen, Laternenlicht und Lieder beim Martinszug. Normalerweise. Doch wie auch im vergangenen Jahr wirft Corona jetzt wieder seinen Schatten auf die Feier. Viele Kindergärten und Schulen sind skeptisch, manche sagen die Umzüge lieber von vorneherein ab.

„Wir wissen ja gar nicht, was sich bis November noch ändert“, sagte Jutta Portugall, Sprecherin der Dortmunder Grundschulen, schon vergangene Woche im Gespräch mit dieser Redaktion. „Ich nehme wahr, dass alle noch sehr vorsichtig sind.“

Schon wieder abgesagt

Wir haben bei einer Stichprobe von Dortmunder Grundschulen und Kindergärten nachgefragt – und der Eindruck scheint sich zu bestätigen. So hat zum Beispiel die Petri Grundschule in der Innenstadt den Martinszug abgesagt. Dazu sah man sich durch die aktuelle Corona-Situation gezwungen, heißt es.

Wegen „Bedenken bezüglich Kontrolle der 3G-Regeln, Einhaltung von Abständen und eines unserer Meinung nach unmöglichen Ausschanks“ müsse man leider Abstand von der Feier nehmen, teilte die Schule mit.

Auch im Dortmunder Westen wurde ein beliebter Umzug abgesagt. Die Siedlergemeinschaft Agricola in Kirchlinde setzt unter anderem wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr zum zweiten Mal die Veranstaltung aus.

Es sei organisatorisch nicht möglich, die Regeln zum Corona-Schutz und zur Einhaltung der 3G-Vorschrift zu überprüfen. Zu dem Umzug hätte man 800 bis 1.000 Teilnehmer erwartet.

Kleine Feiern in Kindergärten möglich

Anderswo ist das Martinsfest im kleinen Kreis möglich. Die Feier im Evangelischen Kindergarten St. Reinoldi und St. Marien findet nur mit den angemeldeten Kindern statt. Eltern oder Geschwister in diesem Jahr nicht dabei sein – wegen Corona.

Auch der katholische Kindergarten Liebfrauen an der Amalienstraße etwa lädt zu einem „Martinszug light“ ein. Teilnehmen dürfen auch hier nur die Kinder, die auch in der Einrichtung angemeldet sind.

Dabei wird es ein gemeinsames Frühstück mit Martinsbrezeln und einen kleinen Umzug über das Gelände geben. Das habe man schon im vergangenen Jahr so gehalten – und die Veranstaltung war ein großer Erfolg, so der Kindergarten.

Lieder und Laternen im Westpark

Die freie Kita Dortmund, eine Elterninitiative an der Rheinischen Straße, veranstaltet in diesem Jahr einen familiären Martinszug. Hier sind auch die Eltern und Geschwister der in der Tagesstätte angemeldeten Kinder eingeladen.

Am Nachmittag des 9. November wird der Zug mit Laternen und bei Gesang durch den Westpark laufen. Anschließend klingt der Abend bei Tee, Kinderpunsch und Brezeln am Spielplatz aus. Der Umzug findet unter Einhaltung der 3G-Regeln statt, die entsprechenden Nachweise werden vorher im Tagesverlauf überprüft.

„Wir freuen uns sehr, dass dieser Zug möglich ist“, betont Claudia Knabe, Leitung der Freien Kita.

Was tun, wenn mein Martinszug ausfällt?

Doch auch, wenn der Martinstag nicht überall im gewohnten Rahmen stattfindet: Auf einen Umzug müssen Kinder in Dortmund nicht unbedingt verzichten. Eine Alternative zum Fest in Schule oder Kindergarten ist zum Beispiel die beliebte St.-Martin-Feier im Westfalenpark.

Dort findet das Laternenfest am Freitag,12. November, ab 16.45 Uhr statt. Treffpunkt ist der Eingang Ruhrallee. Begleitet von Fackelträgern und Spielmannszügen läuft der Lichterzug durch den Park zur Seebühne, wo St. Martin dann seinen Mantel mit einem Bettler teilt.

Rund 1.500 Menschen werden zu dem Umzug erwartet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro pro Person, Jahreskarteninhaber haben freien Zutritt.