Erster Tag des Corona-Schuljahres: Schon deuten sich Schwächen des Systems an

rnSchulzentrum Kreuzstraße

Der erste Schultag nach den Ferien bekam Aufmerksamkeit wie noch nie. Der Neustart in den vollen Betrieb zeigt viel Positives. Aber auch Schwächen werden bereits sichtbar.

Dortmund

, 12.08.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehntausende Schülerinnen und Schüler in Dortmund sind am Mittwoch (12.8.) in das neue Schuljahr gestartet. Etliche weitere folgen am Donnerstag (13.8.). Der Start mit Abstand- und Hygieneregelungen, Maskenpflicht im Klassenraum und erstmals seit März wieder kompletten Klassen: Das ist eine Herausforderung für alle, die mit Schule zu tun haben. Sie ist noch größer als beim eingeschränkten Betrieb zwischen Mai und Juli.

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Gut zu beobachten ist der neue Ablauf an der Kreuzstraße in der westlichen Innenstadt. Hier sind auf wenigen hundert Metern Strecke das Leibniz-Gymnasium, die Wilhelm-Röntgen-Realschule, die Johannes-Wulff-Schule und die Kreuz-Grundschule angesiedelt. Hunderte Schüler kommen hier am Mittwochmorgen gemeinsam an.

Von außen wirkt vieles wie vor der Pandemie

Äußerlich wirkt der erste Tag am Schulkomplex Kreuzstraße wie zu Zeiten vor der Pandemie: Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, Schüler kommen zu zweit schwatzend zur Schule. Busse fahren vor, es sind mehr als sonst, damit es sich nicht ballt.

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Vieles spielt sich vor den Schulgebäuden ab. Dort erklären Lehrer geduldig die neuen Regeln. Die Klassen gehen in einer festen Aufstellung in die Räume. Es gibt feste Sitzpläne für alle Räume.

In den Klassenräumen ist es voll und laut - aber alle tragen einen Mundschutz

An den Eingängen des Leibniz-Gymnasiums hängen Desinfektionsmittelspender. Die Laufrichtung zeigen auf dem Boden aufgeklebte Pfeile an. In einem Klassenraum ist es so voll und so laut wie in der Vor-Corona-Zeit. Aber alle, die sich dort aufhalten, tragen Masken.

Auf dem Innenhof stehen und sitzen Oberstufenschüler. Auch sie schwitzen sichtbar unter dem Mund-Nasen-Schutz, zeigen an diesem ersten Tag aber Disziplin.

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Vor der Kreuz-Grundschule stehen viele Eltern und Angehörige vor dem Zaun und verabschieden ihre Kinder in den ersten Schultag nach den Ferien.

Die Mutter einer Grundschülerin sagt: „Sorgen mache ich mir nicht, wir kennen vieles schon aus der Zeit vor den Ferien“. Etwas Skepsis klingt bei ihr dennoch durch: „Mal sehen wie lange es so bleibt“, sagt sie. „Die Schüler waren froh sich zu sehen.“

Dr. Dennis Draxler, Direktor des Leibniz-Gymnasiums, sagt: „Man hatte das Gefühl, dass die Schüler trotz aller Umstände froh sind, sich zu sehen.“ Die meisten seien seit dem 13. März nicht mehr in der ganzen Gruppe zusammengewesen. „Da gab es natürlich ein großes Mitteilungsbedürfnis. In den ersten Stunden ging es erst einmal darum nachzufragen“, sagt Draxler.

„Diese Temperaturen in Kombination mit den Masken sind eine Herausforderung“, sagt der Schulleiter. Er lobt den selbstverständlichen Umgang der Schüler mit dem Mund-Nasen-Schutz. „Nur in einzelnen Fällen muss man noch einmal daran erinnern, dass die Nase auch unter die Maske gehört“, sagt Draxler. Das ist beileibe nicht nur ein Problem von Jugendlichen.

Es ließe sich auf diese Weise ein Schulalltag bestreiten, sagt Dr. Dennis Draxler nach dem ersten Tag. „Wir hoffen, dass das möglichst lange so bleibt.“

Das Schutz-Konstrukt an den Schulen ist sensibel

Denn es wird schon am ersten Tag auch deutlich, wie sensibel das Schutz-Konstrukt ist. Dass sich Schülergruppen nicht durchmischen und es zu Begegnungen außerhalb des Schulgeländes mit weniger als 1,5 Metern Abstand kommt, ist eine sehr optimistische Hoffnung.

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Dass sich Schüler auch außerhalb des Unterrichts immer an alle Regeln halten, könne man „nie hundertprozentig“ garantieren. „Aber alle haben einen disziplinierten Eindruck gemacht.“

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