Leere vor dem Imbiss-Wagen „Wurst-Willi“ an der Petrikirche. Weil das Essen in der Innenstadt nicht mehr erlaubt ist, haben viele Betriebe große Umsatzeinbußen. © Felix Guth
Dortmunder Innenstadt

Essen verboten: Verschärfte Maskenpflicht trifft Imbissbuden hart

Das Absetzen des Mund-Nasen-Schutzes zum Essen ist innerhalb des Wallrings nicht mehr erlaubt. Darunter leiden viele Imbissbuden-Besitzer. Für Kunden wird das Essen zum verbotenen Vergnügen.

Die erweiterte Maskenpflicht in der Dortmunder Innenstadt verleidet vielen Imbissbuden-Betreiber das Geschäft. Weil Essen und Trinken noch strenger reglementiert sind als bisher schon, sinkt die Zahl der Kunden weiter. Für viele lohnt es sich kaum noch zu öffnen.

Willi Nowakowski, Inhaber von „Wurst-Willi“ vor der Petrikirche, sagt: „Es wirkt sich ganz radikal auf unsere Umsätze aus.“

Ohnehin standen im Lockdown, verglichen mit der Zeit vor dem 16. Dezember, nur etwa 25 Prozent der Kunden am Pommes- und Currywurstwagen an. „Das ist noch einmal eingebrochen“, sagt Nowakowski.

Maske darf innerhalb des Wallrings nur kurz abgesetzt werden

Seit dem 23. Januar ist auf allen Straßen innerhalb des Wallrings das Tragen einer Alltagsmaske Pflicht.

Die Alltagsmaske kann laut der Stadt Dortmund kurzzeitig abgelegt werden, wenn Essen und Trinken „aus gesundheitlichen Gründen“ notwendig ist. „Ein kurzes Absetzen der Maske, um einen Schluck zu trinken, wird toleriert, der Verzehr von Speisen über einen längeren Zeitraum ist allerdings nicht gestattet“.

Wer essen möchte, muss die Maskenpflicht-Zone verlassen

Zum Verzehr von Speisen ist die Zone, in der die Maskenpflicht besteht, zu verlassen. Das bedeutet: Wer bei „Wurst-Willi“ etwas kauft, müsst eigentlich einen halben Kilometer weitergehen, den Wall überqueren und dann auf der anderen Seite essen.

Zwar sind immer noch Menschen zu sehen, die sich in der City mit Essen zum Mitnehmen versorgen. Doch es reicht für viele nicht, damit sich der Aufwand lohnt.

Weitere Imbiss-Betriebe im Umfeld des Westenhellwegs berichten ebenfalls von Umsatzeinbußen und langem Warten auf Kunden. Oft ist das verbunden mit einer gewissen Ratlosigkeit darüber, wie lange das noch so weitergeht. Betroffen sind große Ketten wie Nordsee oder McDonalds genauso wie kleine selbstständige Betriebe an der Brückstraße oder rund um den Ostenhellweg.

Verbotenes Essen hinter der Kirche

Das Ess-Verbot am Wall führt zu dieser skurrile Szene in der Innenstadt. Eine Frau kauft bei „Wurst-Willi“ etwas zu essen, trägt es dann in einer Plastiktüte weg und macht etwas, was bisher für viele Kunden des Imbisswagens normal war.

Sie geht in eine windgeschützte Ecke hinter der Petrikirche, um ihr Essen zu verzehren. Wäre sie dabei von Mitarbeitern des Ordnungsamts gesehen worden, wäre ihr Mittagessen möglicherweise um 50 Euro teurer geworden.

Willi Nowakowski, der seinen Wagen erst am 10. Januar auf Wunsch vieler Kunden wieder geöffnet hatte, sagt: „Ich würde wieder zumachen. Aber meine Mitarbeiterinnen möchten weitermachen und das dürfen sie auch. Sie stehen sich lieber die Beine in den Bauch, als wieder in die Kurzarbeit zu gehen.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
Zur Autorenseite
Felix Guth