Kunden haben Angst vor Corona-Infektion im Unverpacktladen

rnEttics-Füllbar

In Dortmund hat ein neuer Unverpacktladen eröffnet. Trotz Corona-Krise. Das erste Fazit fällt positiv aus – doch manche Kunden sind verunsichert. „Zu Unrecht", sagt der Inhaber.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 26.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neue „ettics x Füllbar“ war am 1. August (Samstag) auf der Kaiserstraße mit einer Eröffnungsfeier in den Verkauf gestartet. Der Einstand hätte eigentlich eine große Sause werden sollen, wäre da nicht die Corona-Schutzverordnung für Gastronomiebetriebe.

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Trotzdem: vor 30 maskierten Kunden legten an dem Tag die DJ's Rhynefekk, Carsten Helmich und Frankey ihre Musik auf. Zwischendurch stellte Inhaber Lucas Bauer den Besuchern das Ladenkonzept vor.

In den ersten Wochen nach der Eröffnung des zweiten ettics-Stores – die erste Filiale findet sich an der Ruhrstraße in Witten – ist Bauer überrascht über die bisher positive Entwicklung des Geschäfts. Das liege nicht zuletzt am Interesse der Anwohner des Kaiserviertels, sagt der Geschäftsführer in der zweiten Woche nach Eröffnung.

„Kann ich mich beim unverpackten Einkaufen mit Corona infizieren?"

Doch gerade in der Corona-Krise kommen neue Fragen für einen Betreiber eines Unverpackt-Ladens auf. Eine häufige Befürchtung der Kunden sei dieser Tage, ob oder dass man sich beim Einkaufen von unverpackten Produkten leicht mit dem Coronavirus infizieren könne, sagt Bauer.

„Zugegeben, die Idee liegt nahe, allerdings ist die Chance in der Realität sehr unwahrscheinlich", entgegne er solchen Befürchtungen.

Als Erklärung führt er bei Kundengesprächen oft die Aussagen von Virologe Christian Drosten heran, der in einem NDR-Podcast erklärt habe, die Viruslast von Sekreten auf Oberflächen sei zu gering, als dass man sich auf diesem Wege einer großen Infektionsgefahr aussetze. Der Hauptübertragungsweg sei die Tröpfcheninfektion, die bei direktem Kontakt zu einer infizierten Person entstehe.

Vor allem lokale Anwohner besuchen den neuen ettics-Store

Das Store-Angebot von ettics unterteilt sich hauptsächlich in die Bereiche unverpackte Lebensmittel und nachhaltig sowie fair produzierte Kleidung.

Insgesamt 250 unverpackte Lebensmittel werden in der Dortmunder Filiale angeboten. Davon werden laut Bauer 200 von einem Großhändler bezogen. Die restlichen Lebensmittel stammten von 50 unterschiedlichen lokalen Zulieferern.

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„In unserem Sortiment befindet sich etwa Honig aus Wetter“, so Bauer. Zu einem Konzept der Nachhaltigkeit gehöre es auch, regionale Produkte zu fördern.

In den ersten Tagen nach Eröffnung seien es vor allem Anwohner des Kaiserviertels gewesen, die im neuen ettics-Store vorbeigeschaut haben. „Ich denke, dass die Hitze in Kombination mit der Maskenpflicht dafür sorgt, dass es vielen Leuten zu anstrengend ist, unverpackt einzukaufen", so Bauer. Für Personen, die es nicht weit nach Hause hätten, träfe das scheinbar aber nicht zu.

Info: Weitere Informationen zum Ablauf des unverpackten Einkaufens sowie zu den einzelnen ettic-stores in Witten und Dortmund sind zu finden unter www.ettics.com .
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