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Etwa eine Million Euro zahlt DSW21 jedes Jahr für die Behebung von Vandalismus-Schäden

rnHaltestellen in Hombruch

Zerstörte Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitze oder beschmierte Bahnen gehören zum Alltag in Hombruch. Die Täter werden kaum gefasst, mit Folgen für ehrliche Bahnfahrer.

Hombruch

, 11.03.2019 / Lesedauer: 3 min

„Das ist eine Schweinerei und ich find‘ das zum Kotzen“, sagt Edelgard Mai zur beschädigten Bahn-Haltestelle Eierkampstraße. Von hier aus fährt die Hombrucherin regelmäßig einkaufen. Mehrere Scheiben, die dem Regen- und Windschutz dienen, sind stark beschädigt. Die Glasscheiben sind durch die Gewalt nicht mehr durchsichtig, sondern gesprenkelt.

Für die Beseitigung von Vandalismusschäden wie zerstörte Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitze oder beschmierte Bahnen gibt das Dortmunder Verkehrsunternehmen DSW21 jedes Jahr bis zu eine Million Euro aus, so Britta Heydenbluth, Pressesprecherin von DSW 21. Das beziehe sich auf die Stadtbahnen und Busse sowie auf die Haltestellen und Fahrzeuge.

Kosten tragen die ehrlichen Fahrgäste

„Die Verursacher sind nur in den seltensten Fällen zu ermitteln. Insofern trägt letztendlich auch jeder ehrliche Fahrgast über die Ticketpreise diese Kosten“, ergänzt Heydenbluth.

Etwa eine Million Euro zahlt DSW21 jedes Jahr für die Behebung von Vandalismus-Schäden

Die Hombrucherin Christine Bergamann an der Haltestelle Eierkampstraße. Hinter ihr ist eine von vielen zerstörten Haltestellen-Scheiben in Hombruch. © Said Rezek

Christine Bergamann sitzt an der Haltestelle Eierkampstraße. Sie wohnt nicht weit von hier entfernt und fährt häufiger mit der Bahn. Hinter ihr ist eine zerstörte Haltestellenscheibe: „Ich finde es nicht gut, dass die ehrlichen Bahnfahrer die Kosten übernehmen müssen.“

Videoüberwachung gegen Vandalismus

Um die Aufklärungsquote zu erhöhen, werden einige Bahn-Haltestellen mittlerweile videoüberwacht. Das helfe auch dabei, mehr Täter zu überführen, so Amanda Nottenkemper, Pressesprecherin der Polizei in Dortmund. Bushaltestellen werden jedoch aufgrund ihrer großen Zahl von rund 2000 und ihrer Lage im öffentlichen Raum nicht videoüberwacht, so Heydenbluth.

Etwa eine Million Euro zahlt DSW21 jedes Jahr für die Behebung von Vandalismus-Schäden

Die Haltestelle Harkortstraße wird mit Kameras überwacht. Die Polizei hofft, dadurch mehr Täter zu überführen. © Said Rezek

Nur eine Haltestelle von der Eierkampstraße entfernt zeigt sich an der Hakortstraße ein ähnliches Bild. Wieder sind Regen- und Windschutzscheibe zerstört. Die Seniorin und Bahnfahrerin Monica Schramm ist sich sicher, dass höhere Strafen zu weniger Vandalismus führen würden.

Höhere Strafen, weniger Straftaten?

Zu dieser These möchte sich die Staatsanwältin und stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund, Marieke Alberty, nicht konkret äußern. Generell erläuterte sie: Wer wegen Vandalismus verurteilt wird, muss entweder mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechnen. Die Geldstrafe bei einer Tat kann bis zu 360 Tagessätzen betragen. Das Strafmaß ist abhängig von vielen Faktoren, unter anderem von der Schadenshöhe und den Vorstrafen des Angeklagten.

Konkrete Zahlen könne sie zwar nicht nennen, der Vandalismus habe in den vergangenen Jahren in Hombruch aber wohl etwas nachgelassen, sagt Britta Heydenbluth. Dies führt die DSW21-Sprecherin auf das verbaute Crashglas zurück, das an einigen Haltestellen montiert wurde. „Es besteht anscheinend kein Interesse, dieses Glas zu zerstören. Allerdings führt das Crashglas auch bei einigen Fahrgästen zu Irritationen, da sie einen Schaden vermuten.“

Aufklärung durch Aufmerksamkeit

Um mehr Straftaten aufklären zu können, bittet Amanda Nottenkemper, Pressesprecherin der Dortmunder Polizei, darum, sich die Personen, die Straftaten begehen, einzuprägen, um sie bestmöglich zu beschreiben. Wichtig sei außerdem zu beobachten, in welche Richtung die Verdächtigen flüchten. „Es gibt mutige Leute, die auch einschreiten, aber man kann den Verdächtigen aus sicherer Entfernung hinterherschleichen und uns über den aktuellen Ort auf dem Laufenden halten“, so Nottenkemper.

Etwa eine Million Euro zahlt DSW21 jedes Jahr für die Behebung von Vandalismus-Schäden

DSW 21 bittet um Hinweise bei Vandalismus. © Said Rezek

DSW 21 freut sich außerdem über eine kurze Meldung an kundenresonanz@dsw21.de, wenn jemandem Vandalismusschäden auffallen. „Gerade bei Glasschäden bemühen wir uns wegen der Verletzungsgefahr um eine schnelle Reparatur“, so Heydenbluth. Wenn die Hinweise zur Ergreifung der Täter führen, werden Belohnungen bis zu 250 Euro gezahlt. Hinweise können rund um die Uhr unter der Rufnummer 9554507 gemacht werden.

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