Mega-Evakuierung: Viele Restaurants bleiben ganzen Sonntag dicht - Hotelgäste müssen raus

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Viele Geschäfte und Restaurants rund ums Klinikviertel bleiben wegen der Evakuierung Sonntag ganz geschlossen. Den Betreibern drohen Umsatzeinbußen. Ein Hotel hat Reservierungen abgesagt.

Dortmund

, 10.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer für Sonntag, 12. Januar, im Unique-Hotel am Westentor ein Zimmer buchen möchte, stößt auf die Auskunft: „Hotel ausgebucht“. Ob das Haus tatsächlich bis unters Dach gefüllt ist, darf bezweifelt werden: Das Hotel liegt in direkter Nähe eines Bombenverdachtspunktes an der Kreuzung Rheinische Straße/Westentor und muss ebenfalls evakuiert werden.

„Für Samstag und Sonntag haben wir keine Reservierungen angenommen“, heißt es. Wer sich bereits einquartiert hat, muss das Hotel spätestens um 8 Uhr Sonntagmorgen verlassen – genau wie Anwohner ihre Wohnungen. „Nach Abschluss der Evakuierung wird das Haus wieder geöffnet“, sagt eine Mitarbeiterin an der Rezeption.

Mega-Evakuierung: Viele Restaurants bleiben ganzen Sonntag dicht - Hotelgäste müssen raus

Das Unique-Hotel liegt in unmittelbarer Nähe einer der Verdachtspunkte und muss ebenfalls geräumt werden. © Beushausen

Anders das Restaurant Pfefferkorn direkt nebenan. „Wir werden den ganzen Sonntag geschlossen haben“, kündigt Betriebsleiter Klaus Schiemann an. Ein bisschen ärgerlich sei das schon. Schließlich führe das zu Einnahmeausfällen.

"Die Sicherheit geht vor"

„Wir hatten von auswärtigen Gästen, die nicht Bescheid wussten, Anrufe und Mails für Tischreservierungen“, schildert Schiemann. Am Westentor werde ständig gebuddelt. „Ich hoffe, dass die bei dem Aufwand am Ende nicht nur eine rostige Badewanne im Boden finden“, sagt Schiemann. „Dortmund würde sich ziemlich lächerlich machen.“

Dominique Quenter, Betriebsleiterin bei Hövels Hausbrauerei am Hohen Wall, hat sich ebenfalls entschieden, rund 40 Mitarbeitern einen komplett freien Sonntag zu geben. „Es macht keinen Sinn, nach der Evakuierung nochmal zu öffnen.“ Umsatzeinbußen? Ja sicher, sagt Quenter.

Aber sie relativiert: „Die Dramatik hält sich in Grenzen, der Januar ist einer der umsatzschwächsten Monate.“ Und überhaupt: "Die Sicherheit geht vor", so Quenter.

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Stillleben statt Schönes Leben: Das Cafe im Kreuzviertel liegt an der Liebigstraße im Evakuierungsradius. Sofern möglich, soll zumindest abends geöffnet werden. © Beushausen

Während die Cafés und Kneipen an der Kreuzstraße die Türen wie gewohnt öffnen, bleiben sie im „Schönes Leben“ an der Liebigstraße dicht. Grund: Ein Teil der Kreuzviertel-Lokale liegt im Evakuierungsradius, andere nicht.

Üblicherweise bietet „Schönes Leben“ seinen Gästen sonntags von 10.30 Uhr bis 14 Uhr Frühstücksbuffet. Das fällt diesmal aus. Trotzdem hofft man, nach Abschluss der Evakuierung am frühen Abend wieder öffnen zu können. „Sonntags ist für uns einer der umsatzstärksten Tage“, heißt es.

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Lilli Westermeier aus dem Bistro "Anne Möller" sieht dem Wochenende gelassen entgegen. Obwohl sie als Azubi im Johannes-Hospital Samstag mitanfassen muss. © Beushausen

„Was soll man machen“?, fragt achselzuckend Lilli Westermeier (21). Sie arbeitet im Bistro „Anne Möller“ an der Kleinen Beurhausstraße. Auch das Bistro bleibt geschlossen. Schade sei das, in der Regel kämen immerhin an die 80 Gäste.

Sie selbst wird den Sonntag bei ihren Eltern in Essen verbringen, hat sich die junge Frau vorgenommen. Am Samstag muss sie arbeiten. Aber nicht im Bistro, das macht sie nebenbei. Lilli Westermeister ist Auszubildende im Johannes-Hospital. Sie hilft bei der Evakuierung der Patienten.

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