Evinger SPD-Chef zu Intrigen und Streit: „Aus meiner Sicht gibt es keinen Ärger“

rnSPD in Eving

Unter den Evinger Genossen brodelt es. Nun äußert sich der SPD-Stadtbezirksvorsitzende, Uli Dettmann, zum partei-internen Streit. Für ihn sind alle willkommen, die sich engagieren wollen.

Eving

, 05.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Evinger SPD gärt es. Hans-Jürgen Unterkötter, Ehrenvorsitzender des (ehemaligen) SPD-Ortsvereins Eving-Lindenhorst, und andere wie der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Eving, Peter Räther, werfen unter anderem dem Stadtbezirksvorsitzenden Uli Dettmann vor, die Spaltung des Ortsvereins vor allem mit dem Ziel betrieben zu haben, zur Kommunalwahl 2020 eigene Wunschkandidaten für Rat und Bezirksvertretung durchbringen zu können. Wir sprachen mit Uli Dettmann.

Hallo Herr Dettmann, was sagen Sie zu dem gegenwärtigen Ärger?

Aus meiner Sicht gibt es keinen Ärger. Die drei derzeit im Stadtbezirk Eving existierenden SPD-Ortsvereine sind sich einig und haben eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit.

Es gibt Menschen in Ihrer Partei, die das durchaus anders sehen.

Ja, aber es gibt Regeln, nach denen sich alle richten müssen. Und nach diesem Regelwerk handeln wir. Generell gilt: Wir arbeiten gerne mit Menschen zusammen, die auch mitwirken wollen. Das haben aber in der Vergangenheit leider nicht alle von denen getan, die sich jetzt beschweren.

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Was sagen Sie zu dem Hauptvorwurf Ihrer Gegner, die Teilung des Ortsvereins nur mit dem Ziel vorangetrieben zu haben, eigene Wunschkandidaten durchzubringen?

Der Beschluss, den Ortsverein zu teilen, ist im Mai bei einer Mitgliederversammlung gefasst worden. Damals gab es nur eine einzige Gegenstimme. Und die Kandidatenaufstellung geht auf Beschlüsse zurück, die zum Teil schon vor meiner Zeit getroffen worden sind: zum Beispiel dass auf Platz 1 der Kandidatenliste für die Bezirksvertretung der Bezirksbürgermeister-Kandidat steht (also Oliver Stens), auf Platz 2 der oder die Fraktionssprecherin (also Gabriele Hammacher). Ein Ziel war auch, eine deutliche Verjüngung hinzubekommen, um den Staffelstab irgendwann weitergeben zu können. Alle vorgeschlagenen Kandidaten finden sich auf der Liste wieder. Dass einige auf Plätzen stehen, die sie sich so nicht gewünscht hatten, lässt sich bei demokratischen Wahlen nicht vermeiden. Übrigens sind alle, auch die drei Ratskandidaten, auf dem Unterbezirksparteitag mit großer Mehrheit gewählt worden.

Ein weiterer Vorwurf war, dass Sie dem alten Ortsverein einen Teil seiner ihm zustehenden Fläche abgezwackt haben.

Das könnte ich gar nicht. Das ist Sache des Unterbezirks, der da sehr sorgfältig vorgegangen ist. Außerdem geht es dabei wohl nur um eine einzige Straße: die Waldecker Straße.

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Ich erinnere mich an ein Interview, das wir beiden zu Beginn Ihrer Amtszeit als Stadtbezirksvorsitzender im Mai 2016 geführt haben. Damals sagten Sie, es sei Ihr Hauptziel, die zerstrittene Evinger SPD wieder zu vereinen.

Und das ist mir ja auch zu drei Vierteln gelungen. Leider gibt es eine kleine Gruppe, bei der es mir nicht gelungen ist. Aber ich habe eben auch Verantwortung für den Stadtbezirk und muss dafür sorgen, dass alles nach Recht und Gesetz zugeht. Zu allen Sitzungen waren immer auch die eingeladen, die sich jetzt beschweren. Demokratie lebt vom Mitmachen, nicht vom Wegbleiben.

Offiziell existiert ja nun der alte Ortsverein gar nicht mehr. Kann er neu gegründet werden?

Ja, natürlich. Es ist sogar mein Wunsch, dass das passiert. Bisher haben die Betroffenen die Neugründung verweigert, weil sie zunächst auf Entscheidungen der Schiedskommission warten wollten.

Ist das Tischtuch zwischen Ihnen und den Mitgliedern der Abteilung Unterkötter endgültig zerschnitten?

Nein, ich habe ihnen vor dreieinhalb Jahren die Hand gereicht, und dieses Angebot bleibt weiterhin bestehen. Jeder, der bereit ist, sich zu engagieren, ist nach wie vor herzlich willkommen.

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