Ex-Gefangene in Hörde können wieder hoffen

rnAm Phoenix-See

Der Verein Gefangeneninitiative betreut nahe des Phoenix-Sees ehemalige Strafgefangene. 2020 wird er sich auflösen – weiter geht es aber wohl trotzdem.

Hörde

, 26.11.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange Jahre war er einfach da. Der Verein mit dem Namen Gefangeneninitiative kam 1995 in die Hermannstraße 78 und betreut hier seitdem ehemalige Strafgefangene in vier Wohnungen. Wie lange wird das aber noch möglich sein?

Klar sind jedenfalls schon einige Punkte. So wird sich der Verein zum 31. August 2020 definitiv auflösen. Regina Merkel und Herbert Kortländer, die den Verein führen, gehen dann in den Ruhestand.

Der VSE übernimmt das Angebot

Die Gefangeneninitiative wird es so dann nicht mehr geben, weil kein Nachfolger parat steht. Eigentlich.

Zwar wird der eingetragene Verein Geschichte sein, das Angebot wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit weitergeführt – vom Dortmunder Verband Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE).

„Intern haben wir das positiv beschieden“, sagt Henning Bruns vom VSE im Gespräch mit dieser Redaktion. Verhandlungen liefen bereits seit mehreren Wochen.

Der VSE ist in Dortmund kein unbekannter Verein. So unterhält er neben vielen anderen Projekten das Sleep In in Körne, eine Übernachtungsstelle für wohnungslose Jugendliche und junge Erwachsene. Auch im Dortmunder Süden ist der VSE vertreten.

Gespräche mit dem LWL sind jetzt noch nötig

„Jetzt gehen wir in die Absprache mit dem Träger“, sagt Bruns. Das ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Und mit dem muss der VSE nun entscheiden, wie genau es weitergehen soll.

Ex-Gefangene in Hörde können wieder hoffen

Herbert Kortländer und Regina Merkel sind seit den 80er-Jahren bei der Gefangeneninitiative. © Michael Nickel

Dass die Gefangeneninitiative sich auflösen wird, hat trotz allem Bestand. Der VSE wird das Angebot und die Bewohner übernehmen. Die Absprachen mit dem LWL dienten laut Bruns vor allem auch dazu, das Angebot nahtlos fortführen zu können.

Jetzt lesen

Denn direkt betroffen von der Auflösung der Gefangeneninitiative und einem – nun abgewendeten Ende des Angebotes – wären bis zu zehn ehemalige Strafgefangene. Die leben seit 1995 in vier Wohnungen in dem Gebäude an der Hermannstraße, direkt zwischen Cabaret Queue und Phoenix-See.

Vielleicht bleiben die Ex-Gefangenen an der Hermannstraße

Sie sollen auch in Zukunft eine Wohnung haben. Wo das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Denn der Mietvertrag für die Hermannstraße 78 läuft Ende August 2020 aus. „Wir hoffen noch, dass wir vielleicht doch bleiben können“, sagt Henning Bruns. Ansonsten müsste der VSE sich nach anderen Wohnungen in Dortmund umschauen.

Jetzt lesen

Herbert Kortländer ist ein Stein vom Herzen gefallen, als klar war, dass es mit dem Angebot doch weitergeht. „Wir sind froh, dass der VSE weitermachen will. Wir gehen davon aus, dass es in Dortmund den Bedarf gibt.“

Kortländer ist Sozialarbeiter und seit 1984 bei der Gefangeneninitiative und leitet den Verein mit Diplom-Pädagogin Regina Merkel, die seit 1983 dabei ist. Man werde sich mit dem VSE noch besprechen, um alles abzuwickeln.

Antiquariat

Ausverkauf startet im Januar

  • Die Gefangeneninitiative ist beheimatet in der Hermannstraße 78. Zu erreichen ist der Verein unter Tel. 41 21 14. Ein Blick ins Archiv ist möglich unter www.archiv-schwarzer-stern.de.
  • Das Antiquariat im Erdgeschoss ist montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.
  • Vom 6. Januar bis zum 31. März gibt es einen Ausverkauf im Antiquariat. Alle Bücher kosten dann 75 Prozent weniger.
  • Geldspenden sind weiterhin willkommen und gehen auf folgendes Konto: IBAN DE62 4405 0199 0291 0122 99
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt