Ex-Spielleiter kassiert weiterhin 100.000 Euro Gehalt

Casino Hohensyburg

Bereits 2011 wurde der Spielleiter der Spielbank Hohensyburg vor die Tür gesetzt - doch der Gekündigte kassiert seitdem weiter. Das Casino zahlt ihm noch immer ein Gehalt von 100.000 Euro im Jahr, auch den Dienstwagen hat er behalten. Hintergrund ist eine rechtliche Auseinandersetzung.

SYBURG

, 23.02.2016, 12:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ex-Spielleiter kassiert weiterhin 100.000 Euro Gehalt

Die Spielbank Hohensyburg.

Es war ein unruhiger Sommer vor sieben Jahren in der Spielbank Hohensyburg. Westspiel, die Westdeutsche Spielbanken GmbH mit Sitz in Duisburg, setzte damals acht Saal-Chefs vor die Tür. Sie waren 49 bis 62 Jahre alt und teilweise schon seit der Unternehmensgründung vor 30 Jahren dabei. Dann wurde auch der Betriebsleiter Automatensaal freigestellt. 

Und die Kündigungswelle ging weiter, mit teuren Folgen für Westspiel: Der frühere Spielleiter der Spielbank Hohensyburg wurde 2011 vor die Tür gesetzt. Er erhält nach wie vor ein Gehalt von rund 100.000 Euro jährlich, darf seinen Dienstwagen weiter fahren und die unbegrenzte Tankkarte nutzen. Das berichten übereinstimmend verschiedene Medien.

Rechtliche Auseinandersetzung

Marco Lippert, Sprecher der Westdeutschen Spielbanken, dementiert nicht, hält sich aber mit Auskünften aus „vertraulichen“ und „datenschutzwürdigen Angaben“ zurück. Er fügt hinzu: „über die wir in der Öffentlichkeit keine Auskunft geben dürfen“. 

Man befände sich in einer langjährigen rechtlichen Auseinandersetzung, der Ausgang des Verfahrens sei offen und arbeitsrechtlich sei Westspiel gehalten, ihm seine Bezüge weiterhin zu gewähren. Ob die Auseinandersetzungen auch zuvor geschasste Mitarbeiter betreffen, sagt der Sprecher nicht. Die Öffentlichkeit aber, in Form des Steuerzahlers, finanziert die Bezüge letztlich. Spielbanken, in denen staatlich konzessioniertes Glücksspiel betrieben wird, müssen einen Teil ihrer Gewinne abführen.

Besucherzahlen sinken

Seit Jahren sind die Steuereinnahmen der Länder durch Abgaben von Spielbanken stark rückläufig. 2014 kassierte die Stadt 2,9 Millionen Euro durch Spielbank-Einnahmen. 2011 waren es noch 3,5 Millionen Euro. Die Besucherzahlen sind rückläufig, betrugen 2014 nur noch 311.457.' tag=' Das waren über 19.000 weniger als 2013.

Neben Dortmund gehören auch die Casinos in Aachen, Duisburg und Bad Oeynhausen zu den Westdeutschen Spielbanken. Das Unternehmen Westspiel ist eine 100-prozentige Tochter der landeseigenen NRW-Bank. Für das laufende Jahr rechnet Westspiel für seine vier Casinos mit einem Fehlbetrag von neun Millionen Euro.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt