Exotik des Orients lässt Röcke fliegen

10.02.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Exotik des Orients lässt Röcke fliegen

Prächtiger Auftakt beim iranischen Festival im Theater im Depot: Zwei Tänzerinnen "malten" die Farben der Seidenstraße, die persischstämmige Shahrzad und Anupama (Foto) aus Indien.

Zwei Grazien im Kostüm und Musik vom Band - mehr brauchte es nicht, um die Exotik des Orients auf die Bühne zu zaubern. Von Persien ging die getanzte Reise über Usbekistan, Nepal und Indien nach China.

Beide Damen sind ein Ausbund an Anmut, Rasse, Temperament. Shahrzad gefällt als die Stolze, Kühle, ins Unnahbare entrückt wie eine persische Garbo. Anupama dagegen sinnlich und mehr von dieser Welt. Einfach hinreißend, ihr Schelmen-Lächeln und kesses Zwinkern.

Shahrzad eröffnete den Abend mit einem Schleiertanz. Expressive Fingergestik, taktgenau abgezirkelte Armbewegungen. Später bewegt sie sich zu usbekischen Trommeln. Der fliegende Rocksaum beschreibt ein Rad, wie man das von Derwischen in Ekstase kennt. In ihrer nepalesischen Darbietung nimmt sie die Haltung von Götterstatuen ein: Auf einem Bein stehend, das andere abgewinkelt wie gemeißelt.

Anupama entführte uns nach Indien. Zu hören Tablas, Sitar, nasale Bläser und die Glöckchen an den Gelenken der Tänzerin. In Turban und Pluderhose kommt Anupama wie der Kleine Muck daher, im Sari wie eine Bollywood-Elfe. Eine Augenweide: ihr Kobra-Tanz. Sie gleitet über den Boden, die Hände formen den Schlangenkopf. Dazu erklingt ein rauschhaftes, vibrierendes Mantra vom "Calcutta Special Project". Grandiose Nummer!

Die Inszenierung des Theaterforums "Hamegan" hatte leider ein gravierendes Manko: Gesprochen wurde Persisch. So wurde man nicht recht schlau aus der Geschichte um einen Bücherwurm, der abtaucht in die Welt der Literatur, der Kafka, Shakespeare, Dostojewski verehrt. Schade drum. kai

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