Explosion in Hörde: Mordprozess beginnt am Mittwoch

Teutonenstraße

Vor sechs Monaten zerstörte eine Gasexplosion ein Haus an der Teutonenstraße in Hörde. Eine 36-jährige Mieterin starb, ein Mann aus dem Obergeschoss soll die Detonation mit Absicht herbeigeführt haben. Am Mittwoch beginnt vor dem Schwurgericht der Mordprozess. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Prozessauftakt.

HÖRDE

20.09.2017, 03:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was wird dem Angeklagten vorgeworfen?

Der 48-Jährige muss sich wegen Mordes, vierfachen Mordversuchs und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion vor Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung ohne Feststellung einer verminderten Schuldfähigkeit wäre eine lebenslange Freiheitsstrafe unumgänglich. Allerdings gilt der Angeklagte als psychisch auffällig. Ein psychiatrischer Sachverständiger wird deshalb ein Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit erstatten.

#Gasexplosion #Dortmund. Dieser Mann soll Rohr am Herd abgebrochen und dann Flamme entzündet haben. pic.twitter.com/6UXWCxNad9

— artikel ? (@artfuenf)

Was ist über den Mann bekannt?

Der Angeklagte soll sich immer wieder mit den anderen Bewohnern des Hauses angelegt haben. Allein im Jahr vor der Explosion zählte die Polizei sieben Einsätze an der Teutonenstraße – immer ging es um den Vorwurf der Ruhestörung. Im Februar wurde der 48-Jährige sogar kurzzeitig in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bei der Explosion erlitt er schließlich selbst so schwere Brandverletzungen, dass er lange Zeit auf der Intensivstation behandelt werden musste und nicht vernehmungsfähig war. Bis heute wird er im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg behandelt.

Wie soll er die Explosion ausgelöst haben?

Die Ermittlungen haben ergeben, dass in der Wohnung des Mannes ein Gasrohr am Herd abgebrochen wurde. Das ungehindert ausströmende Gas soll anschließend mit einer offenen Flamme entzündet worden sein.

Was geschieht am ersten Verhandlungstag?

Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 10 Uhr mit den Feststellungen der Personalien des Angeklagten. Anschließend wird der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft die Anklageschrift verlesen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Sitzung anschließend bereits wieder vertagt werden muss.

Eine Tote bei #Gasexplosion#Dortmund. Freunde halten vor Prozessbeginn #Mahnwache. "Karin soll nicht vergessen sein." pic.twitter.com/GkC3KqzC7W

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Wie viele Verhandlungstage hat das Gericht anberaumt?

Nach dem Prozessauftakt wird an mindestens vier weiteren Tagen bis zum 11. November verhandelt.

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