Explosionsprozess: Angeklagter schweigt vorerst

Teutonenstraße in Hörde

Zum Auftakt des Dortmunder Mordprozesses hat sich der Angeklagte noch nicht geäußert. Der 49-jährige Stefan T. soll am 31. März in seiner Wohnung in Hörde eine verheerende Gasexplosion ausgelöst haben. Seine 36-jährige Nachbarin Karin E. erstickte unter den Trümmern. Erschüttert verfolgten Freunde und Angehörige den Prozessauftakt.

HÖRDE

20.09.2017, 14:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schon eine Stunde vor Prozessbeginn hatte sich ein gutes Dutzend Freunde der Verstorbenen, darunter ihr Lebensgefährte, vor dem Gerichtsgebäude an der Kaiserstraße versammelt. „Wir wollen, dass Karin nicht vergessen ist“, sagten sie noch immer sichtlich erschüttert. Sie glauben nicht, dass die Gerichtsverhandlung überhaupt zu einer gerechten Strafe führen kann. „Gerechtigkeit? Was soll denn das sein? Unsere Freundin ist tot. Darum geht es doch.“

49-Jähriger erlitt schwere Brandverletzungen

Um 10.10 Uhr wurde dann Stefan T. in den Saal geführt. Beide Hände steckten in medizinischen Verbänden. Der 49-Jährige hatte bei der Verpuffung schwere Brandverletzungen erlitten. Staatsanwalt Golo Osthoff ist sicher, dass T. die Explosion absichtlich herbeigeführt hat. Unterstützt wird er dabei von gleich zwei Gas- und Explosionssachverständigen. Sie hatten die Ruine in den Tagen nach der Katastrophe durchsucht und dabei festgestellt, dass ein Rohr am Gasherd in der Küche des Angeklagten mutwillig abgeknickt worden war.

Vier Kubikmeter Gas pro Stunde

Durch die entstandene Öffnung waren mindestens vier Kubikmeter Gas pro Stunde ausgeströmt. Angesichts der Wucht der Explosion gehen die Gutachter davon aus, dass zwischen der Öffnung des Lecks und der Entzündung mittels offener Flamme rund drei Stunden lagen.

Der Angeklagte will sich frühestens Mitte Oktober zu den Vorwürfen äußern. Das teilte Verteidigerin Nicola Skoberne am Mittwoch mit. Erst am dritten Tag kann nämlich der psychiatrische Sachverständige erstmals an der Verhandlung teilnehmen.

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