Keine Busse und Bahnen am Abend - Fahrplan-Kürzung bei DSW21 stößt auf scharfe Kritik

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Einen Notfahrplan startet DSW21 am Montag (23.3.), um auf die Corona-Krise zu reagieren. Bahnen und Busse fahren im Sonntagstakt. Vor allem eine Maßnahme sorgt dabei für erboste Reaktionen.

Dortmund

, 19.03.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Leben in den Städten ist durch die Corona-Krise weitgehend lahmgelegt. Viele Verkehrsunternehmen in NRW haben bereits darauf reagiert und ihre Fahrpläne angepasst. Busse und Bahnen fahren seltener.

Am Montag zieht auch DSW21 als Dortmunder Verkehrsunternehmen nach. Busse und Bahnen fahren dann weitgehend im Sonntagstakt - die Stadtbahnen alle 15 statt alle 10 Minuten, die Busse in der Regel alle 30 statt alle 15 Minuten.

Das Hauptproblem ist: Betriebsbeginn ist erst gegen 5.30 Uhr, generelles Betriebsende um 20.30 Uhr. Danach fahren gar keine Busse und Bahnen mehr in Dortmund.

Ausnahmen soll es lediglich für die Mitarbeiter in den Logistikzentren von Amazon und Co. auf der Westfalenhütte geben. „Für den Bereich Logistikpark Westfalenhütte finden zurzeit Abstimmungen statt, um weiterhin zu den Schichtwechseln Busverbindungen anbieten zu können“, teilte DSW21 am Donnerstag mit.

Thema im Klinikum-Krisenstab

Schichtarbeiter an anderer Stelle in der Stadt finden dagegen keine Berücksichtigung - was vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für Probleme sorgen dürfte. Man sei über die Fahrplan-Änderungen informiert, erklärte eine Sprecherin des Klinikums auf Anfrage. Das Thema werde am Freitag im Krisenstab, der im Klinikum für die Corona-Krise gebildet wurde, besprochen.

Probleme beim Schichtwechsel

Am Klinikum Westfalen, zu dem unter anderem das Knappschaftskrankenhaus in Brackel und das Krankenhaus in Lütgendortmund gehören, ist man ebenfalls alarmiert. „Eine Reduzierung des Angebotes im öffentlichen Nahverkehr in Dortmund auf die Zeit von 5.30 bis 20.30 Uhr trifft natürlich auch Mitarbeiter des Klinikums Westfalens. In die Zeit, in der dann keine Busse und Bahnen verkehren, fällt zumindest ein Schichtwechsel für die Pflegekräfte“, erklärt Sprecher Klaus-Peter Wolter gegenüber unserer Redaktion. „Das Klinikum Westfalen fragt bei seinen Mitarbeitern die Probleme ab, die dadurch entstehen, und will diese bei der Suche nach Lösungen unterstützen.“

Kritik in sozialen Medien

In den sozialen Medien sorgen die Pläne von DSW21 für erboste Reaktionen - vor allen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Krankenhäusern, aber auch aus dem Einzelhandel. „Dann komme ich nicht mehr zu meiner Arbeit im Krankenhaus. Dienstbeginn ist 6 Uhr. Nach der neuen Regelung nicht schaffbar, wenn die Busse erst ab 5.30 Uhr fahren. Und der Spätdienst zieht dann auf der Arbeit ein, weil er nicht mehr nach Hause kommt. Nicht jeder hat einen Führerschein!“, heißt es in einem Kommentar auf Facebook.

Er könne nicht verstehen, dass DSW21 offensichtlich nicht daran denke, „dass es Menschen gibt, die früh morgens oder spät arbeiten. Sei es im Krankenhaus, der Drogerie oder dem Supermarkt“, schreibt ein anderer Facebook-Nutzer.

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