Die Schilder für die Fahrradstraße stehen an der Großen Heimstraße. Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl macht auf die neuen Regeln aufmerksam. © Oliver Volmerich
Radschnellweg Ruhr

Fahrradstraße im Kreuzviertel ist freigegeben – jetzt drohen Knöllchen

Die Große Heimstraße im Kreuzviertel ist nun offiziell eine Fahrradstraße. Seit Mittwoch (1.12.) sind die Schilder enthüllt und alle Regeln in Kraft. Das hat vor allem für Autofahrer Folgen.

Genutzt werden kann die Fahrradstraße in der Großen Heimstraße im Kreuzviertel schon seit einigen Wochen. Offiziell freigeben ist sie seit Mittwoch (1.12.). Denn jetzt sind auch die Schilder, die die Fahrradstraße ausweisen, enthüllt. „Damit ist der Status der Fahrradstraße rechtlich eindeutig geklärt“, stellte Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl vor Ort fest.

Folgen hat das vor allem für die Autofahrer und Anwohner. Denn verbunden mit der „Inbetriebnahme“ der Großen Heimstraße als Fahrradstraße ist eine neue Vorfahrtsregelung: Statt Rechts vor Links gilt jetzt Vorfahrt für die Fahrradstraße.

Die großen Kreuzungen etwa mit der Kreuzstraße sind entsprechend rot markiert, erläutert Sylvia Uehlendahl. Dazu kommen „Vorfahrt achten“-Schilder und sogenannte „Haifisch-Zähne“ als Markierung auf der Fahrbahn. Die gesamte Strecke der Fahrradstraße ist außerdem grün eingerahmt. „Wir haben Gürtel, Hosenträger und noch einen, der die Hose festhält“, erklärt Sylvia Uehlendahl die mehrfache Kennzeichnung der neuen Regelung.

Regeln noch nicht verinnerlicht

Verinnerlicht haben viele Autofahrer die neue Vorfahrts-Regel trotzdem noch nicht, wie am Mittwoch gleich mehrere Beinahe-Unfälle an der Kreuzung mit der Kreuzstraße zeigten. „Es muss sich erst einspielen“, ist die Amtsleiterin überzeugt. Sie rät Radfahrenden denn auch, auf der Fahrradstraße weiter Vorsicht walten zu lassen.

Grundsätzlich gilt auf der Strecke Tempo 30, Radfahrer geben allerdings das Tempo vor und dürfen auch nebeneinander fahren.

Gewöhnungsbedürftig sind für Autofahrer aber vor allem die strengen Parkregeln, die jetzt praktiziert werden. Das ohnehin nicht legale Parken in zweiter Reihe vor den Baumscheiben an der Großen Heimstraße wird jetzt geahndet. Dazu sind nun auch die entsprechenden Halteverbotsschilder enthüllt.

Parken in zweiter Reihe ist jetzt in der Großen Heimstraße tabu. Es ist ein absolutes Halteverbot ausgeschildert. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Das Tiefbauamt verteilt zu Beginn noch freundliche Hinweiszettel unter dem Motto „Wunschzettel statt Strafzettel“, kündigte Sylvia Uehlendahl an. Vom Ordnungsamt könnte es jetzt aber auch Knöllchen geben, die je nach Dauer und Art des Verstoßes zwischen 50 und 80 Euro kosten. Rund 30 bislang geduldete Parkplätze gehen dadurch verloren, schätzt Sylvia Uehlendahl. Als Ersatz sind 19 zusätzliche Stellplätze im Bereich des Südwestfriedhofs geschaffen worden.

Ladezonen für den Lieferverkehr

Dazu kommt allerdings, dass ein Teil des Parkstreifens an der Ostseite der Großen Heimstraße jetzt als Ladezonen ausgewiesen ist. Denn auch Lieferverkehr soll nicht mehr die freie Strecke auf der Fahrradstraße blockieren.

Ein Teil des Parkstreifens an der Großen Heimstraße ist jetzt für Lieferverkehr reserviert. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Einige Parkbuchten sind deshalb von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends für Lieferfahrzeuge reserviert, nachts können sie dann von Anwohnern oder Besuchern als Parkplätze genutzt werden. Zum Start am Mittwoch zeigte sich, dass viele Pkw-Fahrer diese neue Regel noch nicht mitbekommen haben.

Die Fahrradstraße im Kreuzviertel ist knapp einen Kilometer lang und führt von der Großen Heimstraße in die Sonnenstraße. Sie ist damit das erste nutzbare Teilstück des Radschnellwegs Ruhr (RS1), der über insgesamt 24 Kilometer quer durch Dortmund führen soll.

Bislang ist an der Arneckestraße Schluss. Wann weitergebaut wird, ist noch offen. Man warte auf die Besetzung weiterer Planerstellen, erklärt Sylvia Uehlendahl. Konkrete Pläne für die nächsten Abschnitte im Westen bis zur Schnettkerbrücke und im Osten durch die Sonnenstraße sollen möglichst im ersten Halbjahr 2022 vorgestellt werden.

Insgesamt soll die Realisierung des RS1, der im weiteren Verlauf in Richtung Westen weitgehend der Trasse der S-Bahn-Linie 4 folgt, bis 2030 abgeschlossen sein. „Das geht uns deutlich zu langsam“, kritisierte Peter Fricke von der Initiative Aufbruch Fahrrad am Mittwoch erneut. Er freut sich aber immerhin über die glatte Fahrbahn und die Vorfahrtsregelung in der Fahrradstraße.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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