So will eine Fahrschule in Dortmund den Theorie-Unterricht verändern

rnFahrschule in Dortmund

Eine Fahrschule in Dortmund möchte den Theorie-Unterricht komplett im Internet anbieten. Aktuell ist das nicht erlaubt. Doch gibt es eine Chance, das Verbot abzuschaffen?

von Tobias Weskamp

Mitte

, 07.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang 2019 hat die 123Fahrschule Räume am Freistuhl 7 und damit in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof gemietet. „Wir suchen uns immer Standorte in den Stadtzentren, um gut erreichbar zu sein“, sagt Geschäftsführer Boris Polenske.

Einsatz von Technik ist wichtig

Der Theorie-Unterricht findet aktuell am Freistuhl statt. Für die praktische Ausbildung kann sich jeder Schüler seinen Wunschort für den Start seiner Fahrstunden aussuchen. „Wir haben Abholpunkte in der ganzen Stadt“, erklärt Polenske.

Jetzt lesen

„Wichtig ist uns der Einsatz von Technik“, beschreibt der Geschäftsführer. Die gesamte Fahrausbildung könne online oder über eine eigene App organisiert werden.

Auch auf die Theorieprüfung kann man sich per Lern-App vorbereiten. „Das kann man auf der Couch oder wenn man auf die Bahn wartet, zwischendurch machen“, so Polenske.

Die Fahrschule wirbt damit, dass die Schüler ihre Ausbildung durch viele verfügbare Theorieeinheiten flexibel organisieren und schnellstmöglich durchlaufen können. Es sei möglich, den Theorieteil in nur sieben Tagen zu absolvieren.

Fahrschule würde Vor-Ort-Unterricht gerne abschaffen

Um dies zu beschleunigen, würde die 123Fahrschule gerne den Theorieunterricht vor Ort abschaffen. Er sei nicht mehr notwendig, findet Polenske. Technisch sei es kein Problem, mit dem Lehrer zu skypen oder im Internet Schulungsvideos zu zeigen.

Derzeit sei das aber in Deutschland nicht erlaubt, so Polenske. „Daher ist das eher eine Zukunftsvision von uns“, sagt er. Als mögliche Perspektive sieht er es auf jeden Fall.

Stadt kontrolliert die Verfügbarkeit des Unterrichts vor Ort

Nach aktuellem Rechtsstand seien Fahrschüler zur persönlichen Teilnahme am Theorieunterricht verpflichtet, erklärt Stadtpressesprecher Maximilian Löchter auf Anfrage. Die Stadt Dortmund kontrolliere dies.

Jetzt lesen

Interaktion und ein Lernen der Schüler auch untereinander sollen gewährleistet sein. Zwar gebe es die Wünsche verschiedener Anbieter deutschlandweit, e-Learning anbieten zu können. „Beabsichtigte Änderungen im Regelwerk für Fahrschulen und Fahrlehrer sind der Stadt dazu jedoch aktuell nicht bekannt“, schreibt Löchter.

Fahrlehrer-Verband ist für Fahrschulunterricht vor Ort

Auch der Fahrlehrer-Verband NRW spreche sich generell für ortsfeste Fahrschulen aus, erklärt der 1. Vorsitzende Friedel Thiele auf Anfrage. „Der Gesetzgeber schreibt Präsenzunterricht vor“, erklärt er. So sei sicheres Lernen möglich.

Viele Fahrschulen und Lehrmittelverlage nutzen aber zum Beispiel Apps, mit denen geübt werden könne. „Einige berechnen sogar die Erfolgsquote für eine anstehende Prüfung“, beschreibt Thiele.

Lesen Sie jetzt