Falsche Polizisten: Betroffene Dortmunderin möchte alle warnen

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Am Montag (6. 4.) haben Betrüger versucht, Brigitte Hiller um ihr Geld zu bringen. Doch sie durchschaute die Masche der falschen Polizisten sofort – und möchte jetzt andere warnen.

Westerfilde, Nette

, 08.04.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war Montagabend (6. 4.) als Brigitte Hillers (72) Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung war eine Frau, angeblich eine Polizistin des Polizeipräsidiums an der Markgrafenstraße.

„In Ihrer Nachbarschaft hat es einen Einbruch gegeben“, habe die Frau gesagt. „Um Sie zu schützen, möchten wir Ihr Geld und Ihren Schmuck in Gewahrsam nehmen.“

„Ich wusste sofort, was los ist“, sagt die 72-jährige Westerfilderin. „Zumal meine Nachbarschaft sehr klein ist, hätte es da einen Einbruch gegeben, hätte ich davon gehört. Mit mir macht man sowas nicht so leicht.“

Falsche Polizistin wird hektisch

Mehrfach habe sie die Frau am anderen Ende der Leitung um ihre Telefonnummer gebeten, um diese an die Polizei weiterzugeben. „Da wurde sie ganz hektisch und wollte nur noch ihre Anweisungen loswerden“, erzählt Brigitte Hiller.

Sie habe aufgelegt und die Polizei angerufen. Und Brigitte Hiller ist nicht die einzige Betroffene in der Nachbarschaft. „Meine Schwägerin, die in der Nähe wohnt, und eine Nachbarin wurden auch angerufen – zum Glück sind wir fit und haben die Masche erkannt.“

Brigitte Hiller informierte daraufhin nicht nur diese Redaktion, um die Masche öffentlich zu machen und andere zu warnen, sondern auch Nachbarn, die in der Beuteschema der Betrüger passen. „Die falschen Polizisten suchen Nummern aus alten Telefonbüchern heraus, deren Namen auf ältere Menschen schließen lassen“, sagt Polizei-Pressesprecher Peter Bandermann.

Die Anrufer manipulieren die Menschen am anderen Ende der Leitung mit Warnungen vor Einbrechern, Betrügern in der Bank oder anderem Unheil, das ans Vermögen gehen könnte. „Sie setzen die Menschen unter Druck und leider ist die Zahl derer, die nachgeben, recht hoch.“

Menschen müssen lernen, einfach aufzulegen

Die Betrugsmasche werde in ganz Dortmund angewandt. Es gebe vermutlich verschiedene Tätergruppen, so Bandermann. Für die Polizei sei wichtig, dass sich so viele Betroffene wie möglich melden, um zu sehen, wo die Täter gerade aktiv sind.

„Die Täter sind intelligent“, sagt Peter Bandermann. „Aber wenn die älteren Menschen auf ihre Lebenserfahrung hören und natürlich misstrauisch sind, können sie die Masche erkennen und einfach auflegen.“

Das Problem sei aber häufig, dass sich die ältere Generation nicht traue, einfach aufzulegen. „Auflegen ist in einem solchen Fall nicht unhöflich, das müssen alle lernen“, erklärt Peter Bandermann.

Für die Polizei sei es hilfreich, wenn Betroffene eine Rufnummer der Betrüger notieren – sofern diese angezeigt wird. „Steht 110 im Telefon, sollte man nicht drangehen“, sagt Peter Bandermann. „Denn ein Anruf von der Notrufnummer ist nicht möglich – Betrüger können aber einstellen, dass die Nummer angezeigt wird.“

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