Falscher BVB-Profi betrügt Studentin um 8000 Euro

Bruder von Fußballer verurteilt

Der Name eines BVB-Profis ist für einen dreisten Betrug missbraucht worden - und das vom Bruder des Fußballers. Der 24-jährige Dortmunder gab sich als sein bekannter Bruder aus, um Kontakt zu einer Kölner Studentin zu bekommen. Danach erleichterte er sie um 8000 Euro. Jetzt muss der Betrüger ins Gefängnis.

DORTMUND/PADERBORN

von Ulrich Pfaff

, 16.03.2016, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal ist es ganz praktisch, einen bekannten Verwandten zu haben. Ein 24-Jähriger aus Dortmund aber hat schamlos ausgenutzt, dass sein Bruder einen Namen als Profi-Fußballer hat. Dafür, dass er eine junge Frau hintergangen hat, um sich zu bereichern, muss er für drei Jahre ins Gefängnis.

Die Masche mit dem bekannten Namen des Fußballers, der derzeit bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund aktiv ist, entbehrt nicht an Pikanterie. Denn der 24-jährige Bruder des Borussen geht weder einem Job im Sport nach, noch übt er sonst ein ehrliches Gewerbe aus. Dafür hat er etliche Vorstrafen gesammelt, die Masse davon wegen Betruges und Nötigung.

Dortmunder saß im Knast

Als sein kickender Bruder gab er sich auch Anfang vergangenen Jahres aus, als er über eine Single-Plattform im Internet Kontakt zu einer 27 Jahre alten Studentin aus Hürth knüpfte. Er offenbarte seine wahre Existenz aber erst ein paar Wochen später, behielt dann aber immer noch für sich, dass er gerade im Gefängnis saß – das Treffen in Gütersloh klappte ohne Probleme, weil er im offenen Vollzug war.

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Hier wohnen die BVB-Stars

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01.09.2014
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Marco Reus wohnte einige Zeit am Phoenix-See. Doch 2015 zog er in eine ruhigere Gegend weiter in den Dortmunder Süden, nach Holzen.© Foto: dpa
Dortmunds Top-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang trägt gerne glamouröse Mode - und wohnt doch in einer sehr bürgerlichen Gegend. Seine Familie und er leben in Lücklemberg.© Guido Kirchner (dpa)
BVB-Trainer Thomas Tuchel (l.) lebt mit seiner Familie in der Gartenstadt. Borussen-Legende und Stadionsprecher mag es hingegen bergisch: Er wohnt in Schwelm.© Foto: Defodi
Moritz Leitner mag es urban: Der Mittelfeldspieler wohnt in der City.© Foto: DeFodi
Die beiden besten Torhüter Dortmunds leben in einer Nachbarschaft: Auch Roman Bürki wohnt am Phoenix-See.© Foto: Stephan Schütze
Simone und Sven Bender leben ebenfalls am Phoenix-See.© Foto: Defodi
Am Phoenix-See gibt es eine wahre BVB-Nachbarschaft. Dazu gehört auch Torwart Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Stürmer Adrian Ramos ist ein weiterer Bewohner der BVB-Kolonie am Phoenix-See.© Foto: Florian Groeger
Hendrik Mkhitaryan hat sich im Süden Dortmunds angesiedelt, in Lücklemberg.© Foto: DeFodi.de
Noch zwei Phoenix-See-Bewohner: der neue BVB-Kapitän Mats Hummels und seine Frau Cathy Hummels.© Foto: dpa
Marcel und Jenny Schmelzer leben auf dem Ahlenberg an der Stadtgrenze von Dortmund und Herdecke.© Foto: Peter Bandermann
Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp trainiert zwar inzwischen den FC Liverpool, hat aber immer noch ein Haus auf dem Ahlenberg in Herdecke an der Dortmunder Stadtgrenze.© Foto: dpa
Ex-Kapitän Sebastian Kehl wohnt in der Gartenstadt. Mit seiner Familie sieht man ihn auch häufig im Westfalenpark.© Foto: dpa
Lukasz Piszczek und Ehefrau Ewa wohnten lange Zeit knapp hinter der Dortmunder Stadtgrenze in Lünen-Brambauer. Momentan wohnen sie auf dem Höchsten.© Foto: Peter Bandermann
Ex-Borusse und Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz (r.) hat seine Wurzeln in Brechten und hat dort vor ein paar Jahren ein Haus für seine Familie gekauft. 2014 wurde bekannt, dass er auf dem Ahlenberg zwischen Dortmund und Herdecke ein Haus baut© Foto: dpa
Dortmunds großes Stürmer-Missverständnis Ciro Immobile wohnte während seinem kurzem Intermezzo im Ruhrpott in Unna, genauer gesagt in den Stadtteil Billmerich.© Foto: DeFodi.de
Bis zu seinem Wechsel nach München wohnte Robert Lewandowski an der Stadtkrone-Ost.© Foto: dpa
Jakub Blaszczykowskis Zuhause lag über Jahre ganz in der Nähe seines Landsmanns Piszczek in Lünen-Brambauer. Bis zu "Kubas" Wechsel im Sommer 2015 nach Florenz wohnte er in der Aplerbecker Mark.© Foto: dpa
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Aus dem Freigang kehrte den Mann dann im Februar nicht zurück: Er hatte die Einladung seiner Bekanntschaft nach Hürth angenommen, um dort Karneval zu feiern. Die 27-Jährige glaubte bis dahin dem Angeklagten, dass er sein Geld mit dem Vertrieb von Wodka und dem Management seines bekannten Bruders verdiene – angeblich 15.000 Euro im Monat.

Sündenbock für angebliche Alkoholfahrt des berühmten Bruders

Erst in Hürth ließ er durchblicken, dass er aus dem Knast abgehauen war: Dort habe er ohnehin nur gesessen, weil er für seinen Bruder den Sündenbock gegeben habe, damit der nicht wegen einer Alkoholfahrt Probleme mit seiner Profikarriere bekäme. Weiter glaubte die Studentin ihm. In den nächsten drei Wochen reisten sie nach Köln, Hamburg, Dortmund und schließlich zu ihrem Studienort Paderborn. Sie merkte nicht, dass der 24-Jährige heimlich fast täglich ihre EC-Karte an sich nahm und mit der ausgespähten PIN ihr Konto plünderte.

Erst als in Paderborn im März die Handschellen klickten, fiel bei der jungen Frau der Groschen. Denn ihr Freund hatte sich zwischenzeitlich an eine andere Frau herangemacht, dieser nach einem Schäferstündchen Bargeld gestohlen – und war dieser zufällig in der Fußgängerzone über den Weg gelaufen, worauf hin die Frau die Polizei alarmierte. In den drei gemeinsamen Wochen hatte der 24-Jährige die Studentin um 8000 Euro erleichtert.

"Das ist das erste Mal, dass ich vor Gericht sitze und wirklich nichts gemacht habe"

Besonders dreist: Er hatte in dieser Zeit das ganze Geld auf den Kopf gehauen, ihr Sachen gekauft, sie zum Essen ausgeführt und Handys bestellt – und immer wieder so getan, als hätte er es bezahlt. Dass der Angeklagte täglich in Sportwett-Büros ordentlich Geld gemacht hatte, wobei er die Einsätze aus dem ergaunertem Bargeld bestritt, fiel ihr auch kaum auf.

 

Während das Schöffengericht an der Darstellung der Geschädigten keine Zweifel hatte, leugnete der 24-Jährige bis zum Schluss jegliches ungesetzliches Handeln. „Das ist das erste Mal, dass ich vor Gericht sitze und wirklich nichts gemacht habe“, beteuerte er und spielte das Unschuldslamm: Er habe jeweils im Auftrag der jungen Frau Geld von den Automaten abgehoben und ihr immer die Hälfte seiner Wettgewinne gegeben.

Die 27-Jährige hingegen musste sich sogar in psychologische Behandlung begeben, weil sie von dem krassen Missbrauch ihres Vertrauens regelrecht traumatisiert ist, wie ihre Anwältin Stephanie Risse erklärte. Für das Gericht kam angesichts der erdrückenden Beweislast und der Zahl an Vortrafen nur eine Haftstrafe in Betracht: Drei Jahre verhängte das Gericht gegen den Dortmunder.

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