Falschparker behindern Feuerwehr vor allem bei BVB-Spielen – So teuer sind die Verstöße

rnBehinderung

In Dortmund kommt es immer wieder vor, dass Rettungskräfte nicht schnell genug am Einsatzort sein können, weil Falschparker den Weg versperren.So teuer sind solche Verstöße für Autofahrer.

Dortmund

, 24.09.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn's drauf ankommt, sind Falschparker nicht nur ein Ärgernis für andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger. Im Ernstfall können Fahrzeuge, die gedankenlos an nicht dafür vorgesehenen Stellen abgestellt wurden, zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Rettungswagen wird das Durchkommen zum Einsatzort erschwert, Leiterwagen der Feuerwehr können nicht richtig positioniert werden oder der Zugang zu Hydranten ist durch Falschparker versperrt.

„Das Problem taucht immer wieder auf. Insbesondere, wenn Borussia Dortmund ein Heimspiel hat, wird rund um den Signal Iduna Park alles zugeparkt“, sagt Andreas Pisarski, der Sprecher der Dortmunder Feuerwehr. Das seien „besondere Tage“, an denen Falschparker im Ernstfall zu einem schwerwiegenden Ärgernis würden.

Zahlen darüber, wie oft es dazu in vergangener Zeit gekommen ist, hält die Berufsfeuerwehr nicht bereit. Zum Glück habe es in jüngster Zeit keine besondere Häufung von Fällen gegeben, bei denen Falschparker und andere Verkehrssünder Einsätze massiv behinderten - doch das Problem sei nicht zu unterschätzen, wie der Feuerwehrsprecher erklärt.

Im Ernstfall, wenn es wirklich nicht mehr voran geht, dann greife man sogar zu rabiateren Methoden, um den Weg frei zu machen. „Das kommt ganz individuell auf die Situation an, aber es gab auch schon Fälle, da mussten wir Autos zur Seite schieben“, merkt Pisarski an.

Bußgelder und zusätzliche Kosten

Doch nicht nur rund ums Stadion kann's für die Rettungskräfte haarig werden. Auch, wenn in besonders engen und kleinen Straßen ein Falschparker den Weg zum Einsatzort blockiert, kann es passieren, dass Ordnungsamt und Polizei mit auf den Plan treten. Wer gar ausgewiesene Feuerwehrzufahren mit dem Wagen versperrt, bekommt richtig Ärger. „Die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes musste im Jahr 2018 insgesamt 20 mal bei Feuerwehrrettungswegen tätig werden. Neben der Ahndung mit einem Verwarnungsgeld wurden behindernde Fahrzeuge auch abgeschleppt“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht je nach Delikt verschiedene Verwarngelder vor:

Beim Halten vor oder in einer amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrt ohne Behinderung eines Rettungsfahrzeuges im Einsatz werden 10 Euro fällig. Wird ein Rettungseinsatz dadurch behindert, kostet es 15 Euro.

Das Parken vor oder in einer ausgewiesenen Feuerwehrzufahrt ohne Behinderung eines Rettungsfahrzeuges kostet 35 Euro, wenn man erwischt wird. Wird ein Einsatz durch ein parkendes Auto behindert, kann ein Bußgeld von 65 Euro verhängt werden.

Kampagne soll demnächst starten

„Im Fall der Fälle muss der Verursacher dann neben einem Ordnungsgeld zusätzlich die Kosten für das Abschleppen des Fahrzeugs bezahlen“, sagt Andreas Pisarski. Die Abschleppkosten ergeben sich aus einer Gebührentabelle aus dem bestehenden Abschleppvertrag. „Entscheidend ist, welche Fahrzeugklasse zu welcher Zeit, an welchem Tag abgeschleppt wird. Je nach Einsatzzeit und Tag werden dafür zwischen 188 und 280 Euro fällig", sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Zu den Abschleppkosten kommen noch Verwaltungsgebühren der Verkehrsüberwachung.

Derzeit arbeiteten Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt der Stadt an einer Kampagne, die künftig die Dortmunder für die Problematik sensibilisieren soll.

Lesen Sie jetzt