Familie bestellt Labrador-Boxer - und bekommt Kampfhund

Alia droht das Tierheim

Die Überraschung war groß, als Alia vor einem Jahr bei ihrer neuen Besitzer-Familie ankam: Die Dortmunder hatten im Internet einen Labrador-Boxer bestellt - doch dann war Alia plötzlich ein Staffordshire-Terrier, eine als gefährlich eingestufte Rasse. Jetzt entschied ein Gericht: Die Familie muss die Hündin gegen ihren Willen abgeben.

DORTMUND/GELSENKIRCHEN

10.10.2017, 11:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Familie bestellt Labrador-Boxer - und bekommt Kampfhund

Ein Staffordshire-Terrier. Symbolbild: dpa

Vor einem Jahr hatte Staffordshire-Hündin Alia in Dortmund ein neues Zuhause gefunden. Doch jetzt droht ihr das Tierheim. Die Klage ihres Frauchens ist am Dienstag vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen abgewiesen worden.

Alia war im Sommer 2016 von einem privaten Züchter aus Griechenland gekommen. Die Dortmunder Familie hatte sie über das Internet bestellt – allerdings als Labrador-Boxer-Mischung. Umso größer war die Überraschung, als eine Tierärztin Alia plötzlich als Staffordshire-Terrier – und damit als gefährlichen Hund – einstufte.

Besitzerin: "Ich brauche den Hund, um nicht so einsam zu sein"

Der Versuch, bei der Stadt eine Erlaubnis für die Haltung des Welpen zu bekommen, schlug dann auch gleich fehl. Ein gefährlicher Hund ist ein gefährlicher Hund, hieß es beim Amt. Und der dürfe in der Familie laut Landeshundegesetz nicht gehalten werde. 

Da half es auch nicht, dass Alia der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern längst ans Herz gewachsen und ihr angeblich auch endlich wieder ihre Lebensfreunde zurückgebracht hat. In einem Schreiben ihrer Anwälte hieß es dazu: „Ich habe noch nie eine enge Bindung zu einem Hund gehabt.“ Und: "Ich brauche den Hund, um nicht so einsam zu sein.“

Richter erteilen keine Ausnahmegenehmigung

Laut Verwaltungsgericht Gelsenkirchen reicht das jedoch nicht aus, um eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Weitere Gründe konnte Alias Frauchen im Prozess auch nicht vorbringen. Sie war nämlich gar nicht zur Verhandlung erschienen. 

Sollte das Urteil rechtskräftig werden und sich die Familie weiterhin weigern, den Hund abzugeben, wird die Stadt Alia selbst aus der Familie holen und ins Tierheim bringen.

 

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