Familie ist kein Auslaufmodell

Bilanz zum Kongress

DORTMUND "Die Familie hat Zukunft" - diese Feststellung traf Prof. Dr. Thomas Rauschenbach am Donnerstag zum Abschluss des zweitägigen Familienkongresses Dortmund. Er stand unter dem Motto "Familien stärken und unterstützen".

von Von Ludwig Overmann

, 18.06.2009, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Prof. Dr. Thomas Rauschenberg, Agathe Wilk und Klaus Burkholz (v.l.) stellten im Signal-Iduna-Park die Ergebnisse des Familienkongresses vor.

Prof. Dr. Thomas Rauschenberg, Agathe Wilk und Klaus Burkholz (v.l.) stellten im Signal-Iduna-Park die Ergebnisse des Familienkongresses vor.

Klaus Burkholz, Leiter des Familienprojekts der Stadt, die mit der TU gemeinsamer Gastgeber war, stellte heraus, dass man auf unterschiedlichen Unterstützungsbedarf reagieren müsse statt nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen. Dies zu erkennen und umzusetzen, sei auch eine besondere Herausforderung für die Förderprojekte "Soziale Stadt" in Dortmund. "Wir müssen so früh wie möglich Kontakt zu den Familien aufbauen und Förderangebote bereitstellen", sagte Burkholz. Absonderung von Bevölkerungsgruppen, meinte Prof. Rauschenbach, gebe es nach wie vor - in ganz Deutschland, in Regionen, aber auch innerhalb von Städten herrsche dieses Gefälle vor.

Sein Vorschlag: Wo mehr soziale Probleme seien, müsse mehr Geld fließen als anderswo. Mehr Chancengleichheit versprach er sich von der Bereitschaft wohlhabender Bürger, Benachteiligten etwas abzugeben. Die Kommune allein sei überfordert, die notwendigen Mittel bereitzustellen; hier müssten auch Land und Bund einspringen. Dortmund liefere viele gute Beispiele, die Rauschenbach "Leuchttürme" nannte, es komme darauf an, sie in der Breite auszubauen. Und er erinnerte an die Grußworte von OB Dr. Langemeyer zum Kongressauftakt, der auf zu viele Hartz-IV-Empfänger und zu viel Kinderarmut in Dortmund hingewiesen hatte.   

Einen anderen Aspekt brachte Agathe Wilk, Mitarbeiterin im Forschungsverbund DJI der TU, ins Gespräch: Umgang mit Familien bedeute Beziehungsarbeit, heiße Vertrauen aufbauen. Prof. Thomas Olk von der Universität Halle-Wittenberg zeigte, wie bürgerschaftliches Engagemenzt wichtige Unterstützungsleistungen bieten kann. Irene Gerlach, Professorin an der Universität Münster, sprach von einen Standortvorteil, wenn Unternehmen die Arbeitswelt familienfreundlich gestalten. Die aufgeworfenen Fragen wurden in zwölf Workshops vertieft. Die Themen lauteten u.a. Netzwerke, Familienbildung, Elternarbeit, kulturelle Diversität und Kinderschutz. Einblick in Praxisprojekte erhielten die Teilnehmer bei einem "Markt der Möglichkeiten". 

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