Auf viel Kritik stieß die Fassadengestaltung des vor einem Jahr eröffneten Dokom-Rechenzentrums im Gewerbepark Hansa in Huckarde. Jetzt soll nachgebessert werden.

Dortmund

, 26.09.2018, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als großer grauer Betonklotz ist das neue Dokom-Rechenzentrum im Gewerbepark Hansa gewissermaßen zu einem Stein des Anstoßes geworden. Jetzt ist Besserung in Sicht. Das Gebäude soll künstlerisch aufgehübscht werden. Und der Entwurf dafür findet auch bei den bisherigen Kritikern des Neubaus Anklang.

Rückblende: Als „wunderschön“ lobte Mitte Oktober 2017 Guntram Pehlke, Chef des Dokom-Mutter-Konzerns DSW21, den Neubau am Rande des Gewerbeparks Hansa in Huckarde bei der Einweihung des neuen Rechenzentrums. Mit dieser Meinung stand er ziemlich allein. Nachbarn ärgerten sich über den grauen Betonklotz.

Gestaltungsvorgaben für Investoren

Denn der wollte so gar nicht zu den Vorgaben für die Gestaltung der Gebäude im Gewerbepark passen. Nach einem Investorenhandbuch, das Grundlage für den Kaufvertrag für die Grundstücke ist, sollen die Fassaden im „straßenzugewandten Bereich“ mit Ziegelelementen, Glas, Putz oder Metall gestaltet werden. Nackter Sichtbeton ist tabu.

Genau den zeigt allerdings der Großteil der Fassade des Rechenzentrums, insbesondere hin zur Emscherallee, der Durchgangsstraße durch das Gewerbegebiet. „Eine Karikatur der städtischen Gestaltungswünsche“ nannte ein Nachbar das neue Rechenzentrum. Und auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau deutete bei einem Besuch in Huckarde an, dass sich auch seine Begeisterung in Grenzen hält.

Mit seiner weitgehend nackten Betonfassade stieß das Dokom-Rechenzentrum in Huckarde auf Kritik.

Mit seiner weitgehend nackten Betonfassade stieß das Dokom-Rechenzentrum in Huckarde auf Kritik. © Schaper

In der Kritik stand auch der Gestaltungsbeirat, in dem Experten aus Architektur und Stadtplanung gemeinsam mit Politik und Verwaltung über Neubauten beraten. Ein erster Entwurf für das Dokom-Rechenzentrum, der noch senkrechte Ziegelbänder an einer Putzfassade vorsah, fand hier keinen Beifall. Man hielt ein unbelebtes Rechenzentrum an dieser Stelle generell für deplatziert, lautete die Kritik. Dekorative Elemente wurden deshalb als unpassend empfunden. Der am Ende gebaute Entwurf mit weitgehend nackter Betonfassade wurde dann bei einer Wiedervorstellung des Bauvorhabens im Gestaltungsbeirat erst gar nicht länger beraten. Das Ergebnis ist bekannt.

Künstlerwettbewerb wurde gestartet

Immerhin nahmen sich Dokom und die Architektur-Experten die verheerende Kritik zu Herzen. Weil ein nachträgliches Anbringen von Ziegelelementen nicht mehr möglich ist, startete Dokom einen Künstlerwettbewerb zur Gestaltung des Gebäudes. Vier Künstler beziehungsweise Künstlergruppen reichten Entwürfe ein. Eine Fachjury unter anderem mit Dokom-Vertretern, der Gestaltungsbeirats-Vorsitzenden Prof. Christa Reicher und Planungsdezernent Ludger Wilde wählte zwei Entwürfe aus, unter denen man nun gemeinsam mit Vertretern aus Huckarde den Sieger kürte.

„Kraftfelder“ heißt der siegreiche Entwurf der Essener Künstlerin Anne Berlet. Er sieht eine Farbgestaltung mit senkrechten Feldern an der Fassade vor, die die im Gewerbepark sonst üblich Farbgebung aufnimmt. „Ein System, das Leichtigkeit und Transparenz erzeugt“ und an einen farbigen Strichcode erinnere, heißt es zur Begründung. Der Entwurf bindet sich harmonisch in die Nachbarschaft ein und werte den Standort auf, erklärt Prof. Christa Reicher als Vorsitzende des Preisgerichts. Dokom-Geschäftsführer Jörg Figura kündigte an, dass der Entwurf möglichst noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll.

Die DSW-Telekommunikationstochter Dokom21 hat 10 Millionen Euro in den im Oktober 2017 eröffneten Neubau des Rechenzentrums in Huckarde investiert. Hier werden unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen sensible Daten von Unternehmenskunden gesichert.
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