Fassadengestaltung in Scharnhorst: Polizei gewinnt gegen den BVB

rnPolizeiwache Scharnhorst

Jugendliche, die teilweise bereits mit der Polizei in Konflikt geraten sind, haben ausgerechnet die Polizeiwache in Scharnhorst verschönert. Das freut nicht nur den Polizeipräsidenten.

Scharnhorst

, 25.06.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gebäude der Polizeiwache an Gleiwitzstraße 267 in Scharnhorst ist deutlich schöner geworden. Das liegt an einem Bild, dessen Idee und Gestaltung von jungen Menschen stammen, die die Schüler- oder die Jugendwerkstatt der Werkhof Projekt gGmbh, einem sozialen Bildungsträger, besuchen.

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Bei der neuen Fassadengestaltung handelt es sich um mehrere bemalte und lackierte Holzplatten, die in verschiedenen Sprachen sichtbar machen, dass sich dort die Polizei befindet.

Zwei Hände in den Polizeifarben bewegen sich aufeinander zu und deuten an, dass sich Polizei wie Bewohner gemeinsam für den Stadtteil engagieren.

Vertreter aus Politik, Verwaltung, Polizei, vom Werkhof sowie einige der beteiligten Jugendlichen selbst trafen sich zur offiziellen Präsentation des neuen Wandbildes

Vertreter aus Politik, Verwaltung, Polizei, vom Werkhof sowie einige der beteiligten Jugendlichen selbst trafen sich zur offiziellen Präsentation des neuen Wandbildes. © Andreas Schröter

Diese Aktion gehört zum Projekt „Jugend stärken im Quartier“(JUSTiQ) und wurde von Mitarbeiterinnen des Werkhofes begleitet.

Verschiedene Orte in Scharnhorst angesehen

Zu Projektbeginn im September vorigen Jahres haben sich die Jugendlichen verschiedene Stellen in Scharnhorst angeschaut, die sie gerne verschönern würden.

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In der engeren Wahl war auch die Stadtbahn-Unterführung, die die Jugendlichen gern mit einem BVB-Motiv ausgestattet hätten. Der bei der öffentlichen Präsentation des Bildes am Mittwoch (24. 6.) anwesende Polizeipräsident Gregor Lange freute sich, dass „die Polizei gegen den BVB gewonnen“ habe.

Christiana Groth vom Werkhof-Projekt im Gespräch mit Polizeipräsident Gregor Lange

Christiana Groth vom Werkhof-Projekt im Gespräch mit Polizeipräsident Gregor Lange. © Andreas Schröter

Diese Auswahl der Jugendlichen erscheint keinesfalls selbstverständlich. Schüler- und Jugendwerkstatt richten sich an junge Menschen, die in der Schule gescheitert sind - die so genanten „Schulverweigerer“ zum Beispiel - oder diejenigen, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Viele von ihnen haben bereits negative Begegnungen mit der Polizei hinter sich. Auch einige junge Flüchtlinge machen mit. Schüler- und Jugendwerkstatt sollen den Betroffenen wieder Mut machen und ihnen einen Weg in die Zukunft zeigen.

Engagierte Jugendliche

Marion Hering vom Werkhof betont, wie engagiert die Jugendlichen, die diese Haltung in der Schule haben vermissen lassen, bei diesem Projekt an den Tag gelegt haben.

Offenbar sei die eigene Entscheidung, was und wie umgesetzt werde, dazu die entscheidende Triebfeder gewesen. Die Umsetzung habe aber dennoch wegen der Corona-Krise etwas länger gedauert als ursprünglich geplant. Bei der Präsentation bedankte sich auch Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny (SPD) für die geleistete Arbeit.

Auch die Gestaltung einer Stadtbahnunterführung mit einem BVB-Motiv hatte zur Diskussion gestanden - hier ein Modell dazu

Auch die Gestaltung einer Stadtbahnunterführung mit einem BVB-Motiv hatte zur Diskussion gestanden - hier ein Modell dazu. © Andreas Schröter

JUSTiQ wird unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend (BMSFJ), das Bundesministerium des Innern und den Europäischen Sozialfonds. Die Projektkoordination liegt beim Jugendamt der Stadt. Marion Hering hofft, dass das Projekt in den Folgejahren fortgesetzt werden kann.

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