Fast jeder vierte Dortmunder von Armut bedroht

Bedrohliche Entwicklung

Fast jeder vierte Dortmunder war im Jahr 2011 von Armut bedroht. Das Risiko, in die Armut zu rutschen, hat zugenommen. Das zeigt eine Studie des Statistischen Landesamtes. Und Dortmund kommt dabei ganz schlecht weg.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 15.09.2012, 10:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf den ersten Blick ist das erstaunlich, da 2011 die Arbeitslosenzahlen insgesamt – auch in Dortmund – gesunken sind. So war tatsächlich der Anteil der Menschen, die Mindestsicherungsleistungen erhalten haben, Ende 2011 in Dortmund mit 15,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor (2010: 17,8 Prozent). Hierzu zählen Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV), Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, laufende Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII und Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Trotz des Rückgangs waren 90.327 Menschen von knapp 600.000 Einwohnern auf diese Art von Leistungen in Dortmund angewiesen.

„Ein Ausstieg aus der Mindestsicherung bedeutet nicht unbedingt, dass auch ein Einkommen oberhalb der Armutsgefährdungsschwelle erzielt wird“, analysieren die Statistiker. Niedrigeinkommensbezieher würden auch nur in unterdurchschnittlichem Maße von Einkommenszuwächsen profitieren. Neu sind die Erkenntnisse nicht. Schon in der Sozialausschuss-Sitzung im März dieses Jahres stellte Gunther Niermann, Geschäftsführer des Paritätischen Verbandes, fest: „Unstrittig ist doch, dass es eine Entwicklung hin zur Armut gibt, die sich verfestigt. Faktisch gibt es Firmen, die zahlen nicht den richtigen Lohn. Faktisch gibt es Väter, die zahlen keinen Unterhalt.“ Sozialdezernentin Birgit Zoerner hatte die schlechte Einkommensentwicklung kritisiert: „Das können nur die Arbeitgeber ändern, nicht wir als Kommune.“

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