Fehler von Vivawest - Mieter in Kirchderne wehren sich erfolgreich gegen Mieterhöhungen

rnFehlerhafte Abrechnung

Am Speckacker in Kirchderne - und nicht nur da - ärgern sich Mieter über Mieterhöhungen. Doch das hier betroffene Wohnungsunternehmen Vivawest zeigt sich einsichtig.

Kirchderne

, 08.04.2019, 07:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michaela Förster, die am Speckacker in Kirchderne wohnt, lässt sich nichts gefallen. Schon vor einiger Zeit hatte sie eine gerichtliche Auseinandersetzung mit ihrer Vermieterin, der Vivawest, die sie gewonnen hat. Damals ging es um eine Mietminderung, weil ihre Wohnung in keinem ordnungsgemäßen Zustand übergeben worden war.

Nun gibt es neuen Ärger. Wie viele andere Dortmunder haben viele Mieter der kleinen Siedlung Bescheide über Mieterhöhungen erhalten. „Das können mal nur 8 Euro sein“, sagt Michaela Förster, „mal aber auch 30“.

Und weil diese Erhöhungen keinesfalls immer rechtens sind, wehrt sich Michaela Förster nun dagegen. Sie tut das in der Kirchderner Facebook-Gruppe, aber auch im realen Leben. So hat sie im „Kirchderner Eck“ bereits eine Mieterversammlung einberufen, an der zwölf Vivawest-Mieter teilnahmen und auf der der Mieterverein die Anwesenden über ihre Rechte aufklärte.

Wunsch nach noch mehr Engagement

Michaela Förster wünscht sich, dass sich noch mehr Menschen wehren. Allzu oft höre sie „Ach, die werden schon wissen, was sie tun“ oder „Ich habe Angst, dass ich eine Kündigung erhalte, wenn ich mich wehre. Ich finde doch keine andere Wohnung“. Michaela Förster denkt da ganz anders: „Warum sollte man mir kündigen?“, fragt sie, „ich bin eine ruhige Mieterin, die sich nichts zu Schulden kommen lässt.“

So sieht die Vivawest-Siedlung am Speckacker in Kirchderne aus.

So sieht die Vivawest-Siedlung am Speckacker in Kirchderne aus. © Andreas Schröter

Und erste Erfolge ihres Einsatzes haben sich bereits eingestellt. In einigen Fällen habe Vivawest die Mieterhöhungen zurückgenommen und sich entschuldigt. Michaela Förster würde sich wünschen, dass nun noch mehr Mieter gegen die Mieterhöhung, die zum 1. Mai greifen soll, Widerspruch einlegen. Bis Mitte April sollte das erfolgen. Nun erwägt Michaela Förster, einen Mieterbeirat zu gründen - in der Hoffnung, dass sie Unterstützung von anderen Mietern erhält.

Rat vom Mieterverein

Auch der Mieterverein rät betroffenen Mietern, die Mieterhöhungs-Ankündigungen genau zu prüfen. Dazu habe man gesetzlich zwei Monate Zeit.

Vivawest teilt dazu auf Anfrage mit: „Es ist richtig, dass wir fehlerhaft ausgestellte Mietanpassungen im Raum Dortmund zurückgenommen und uns bei den betroffenen Mietern entschuldigt haben. Die Rücknahme ist umgehend erfolgt, nachdem wir einen fehlerhaften Eintrag eines Mietspiegelmerkmals bemerkt haben.“

Insgesamt seien 1.022 Mietanpassungen nach der Prüfung storniert worden, bei rund 890 Mietverträgen komme es zu einer korrigierten Mietanpassung, die zum 1. Juni und damit einen Monat später greife als ursprünglich vorgesehen. Jeder Kunde, der eine Mietanpassung nicht nachvollziehen könne oder gar eine fehlerhafte Eingruppierung vermute, könne sich gerne melden.

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