Fensterbänke gestohlen und Post verloren: Sanierung kostet eine Vonovia-Mieterin Nerven

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Jacqueline Gess wohnt auf einer Baustelle. In ihrer Mietwohnung fehlen nicht nur Fensterbänke, sondern auch eine Balkontür - und das, obwohl Nachbarwohnungen seit Monaten fertig sind.

Mengede

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Ende März saniert die Vonovia das Haus an der Dachstraße in Mengede, in dem Jacqueline Gess wohnt. Die Haustür, Fenster, Fassaden, die Wärmedämmung und das Dach sollten erneuert werden. „Die mittleren Wohnungen, wie meine, sollen jetzt Balkone bekommen, die von den außenliegenden werden erneuert“, sagt Jacqueline Gess.

Heißt: Das Wohnzimmerfenster muss einer Balkontür und einem kleineren Fenster weichen. Doch noch ist davon nichts zu sehen - und das, obwohl die umliegenden Wohnungen bereits mit Türen ausgestattet sind. „Seit circa zwei Monaten haben alle Nachbarn ihre Balkontüren.“

Handwerker standen unangekündigt vor der Tür

Unangekündigte Handwerkerbesuche seien der Grund, so die Vonovia-Mieterin. „Ich habe immer wieder gesagt, dass ich nur montags und donnerstags zuhause bin - sonst arbeite ich ganztags.“ Zahlreiche Anrufe hätten jedoch nichts gebracht, deshalb wandte sich Jacqueline Gess schließlich an den Mieterschutzbund. „Die haben mir gesagt, dass solche Maßnahmen mindestens zwei Wochen im Voraus angekündigt werden müssen.“ Dank des Schreibens des Mieterschutzbundes war dann auch schnell ein Termin für den Türeneinbau gefunden: der 29. Juli.

Normal sei ein solcher Fall allerdings nicht, beteuert die Vonovia. „Die Mieter werden im Normalfall schriftlich und 14 Tage vorher in Kenntnis gesetzt“, sagt Pressesprecherin Bettina Benner. „Hier war ein Nachunternehmer für die Fenstertechnik tätig. Leider wurde entgegen der Vorgaben gehandelt und es wurden nicht mit angemessener Frist Termine erstellt.“

Wohnwand muss versetzt werden

Abseits der Erleichterung, dass sich das Tür-Problem inzwischen geklärt hat, tut sich ein neues Ärgernis für Jacqueline Gess auf: „Ich habe Ende 2018 renoviert, jetzt muss ich meine Wohnwand noch einmal versetzen.“ Denn die Heizung, die derzeit auf voller Länge unter dem Fenster hängt, muss wegen der neuen Balkontür versetzt und verkleinert werden.

Fensterbänke gestohlen und Post verloren: Sanierung kostet eine Vonovia-Mieterin Nerven

Beim Abmontieren der alten Fensterbänke wurden die Wände beschädigt. © Carolin West

Zumindest die neuen Fenster wurden rechtzeitig montiert - allerdings laut Jacqueline Gess auch nicht ganz unproblematisch. „Die alten Fensterbänke wurden rausgehauen - dabei wurde auch meine Wand beschädigt.“ Der Einbau der neuen Fensterbänke verzögert sich zudem: „Der Bauleiter sagte mir, meine Fensterbänke wurden vom Grundstück gestohlen.“ Die müssen nun erst neu beschafft werden. „Schäden, die während der Demontage entstanden sind, werden bei der Neumontage fertiggestellt“, verspricht Bettina Benner und bestätigt den Diebstahl: „Leider wurden uns neue Fensterbänke gestohlen oder sind zerbrochen.“

Fensterbänke gestohlen und Post verloren: Sanierung kostet eine Vonovia-Mieterin Nerven

Der Fenstergriff in der Küche sei viel zu niedrig, sagt Jacqueline Gess. © Carolin West

Mit den Fenstern selbst stimme allerdings ebenfalls etwas nicht, so Gess. Der Fenstergriff in der Küche sei nicht mittig angebracht, sondern zu weit unten. „Bei einer Nachbarin wurden die Fenster ausgemessen, bei mir nicht. Vielleicht liegt es daran“, vermutet Gess. Solche Fenstergriffe seien nur sinnvoll, wenn die Küchenzeile vor dem Fenster steht. „Dann kommt man besser dran.“

Post konnte nicht zugestellt werden

An den Briefkasten von Jacqueline Gess kam der Postbote wohl während des Einbaus der neuen Haustür nicht gut dran. Rechnungen gingen als unzustellbar an den Absender, ihren Zahnarzt, zurück. „Zum Glück ließ mein Zahnarzt mit sich reden, sonst hätte ich Mahngebühren zahlen müssen.“

Und noch etwas ärgert Jacqueline Gess: Regelmäßig lassen die Bauarbeiter im Keller den Wasserhahn aufgedreht oder das Licht an. Zuletzt habe sogar die Kellertür offengestanden, als die Arbeiter längst nach Hause gegangen waren. „Es gibt seitens der Projektleitung klare Angaben, wie die Baustelle zu verlassen ist“, sagt Bettina Benner. „Wir werden weiterhin darauf achten, dass diese auch umgesetzt werden.“

Darauf hofft auch Jacqueline Gess. „Zumindest einige Probleme sind ja gelöst - ich hoffe, dass auch alles so passiert.“

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