Feuer in Hombrucher Drogenlabor: Angeklagter schweigt

Prozessauftakt

Ein 29-jähriger Dortmunder soll seine Wohnung in Hombruch in ein Drogenlabor verwandelt haben. Doch dann gab es eine Explosion. Jetzt steht er vor Gericht - und schweigt.

HOMBRUCH

21.08.2017, 12:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte (verdeckt) und sein Verteidiger Henry Alternberg beim Prozessbeginn.

Der Angeklagte (verdeckt) und sein Verteidiger Henry Alternberg beim Prozessbeginn.

Es war der 18. März 2017, als es in der Dachgeschosswohnung in der Hombrucher Singerhoffstraße zu einer Explosion kam. Dann brach ein Feuer aus, eine Nachbarin musste wegen der starken Rauchentwicklung mit einer Drehleiter gerettet werden. 

Als die ersten Polizeibeamten die Wohnung später betraten, staunten sie nicht schlecht. „Auf den ersten Blick sah es so aus, als ob dort überhaupt keiner wohnen würde“, erinnerte sich eine Kriminalbeamtin am Montag vor dem Dortmunder Landgericht. „Es gab keine Bilder, keine Haken und fast keine Möbel.“ 

Kühltruhe voller Cannabispflanzen

Dafür hätten jedoch überall Butangas-Dosen herumgelegen. Eine soll sogar noch in der Wand gesteckt haben – durch die Wucht der Explosion. „Es muss da ganz schön gerummst haben“, sagte die Beamtin den Richtern. Am Ende haben die Fahnder rund 1500 Dosen gezählt – in der Wohnung und im Keller. Was etwas 375 Litern Flüssiggas entspricht. 

Und noch etwas machte die Polizisten stutzig: Sie fanden eine Tiefkühltruhe, in der Cannabispflanzen gewesen sein sollen, einen Kompressor, eine Art Trockner, eine Atemschutzmaske und eine harzartige Masse, die nach Cannabis gerochen haben soll. „Wir wussten gar nicht, was das war“, sagte eine der Beamtinnen im Prozess. „Ich habe erst mal gegoogelt, was man mit Cannabis und Butangas machen kann.“

Hochkonzentriertes Cannabis-Extrakt

Auch die Staatsanwaltschaft hat extra ein Spezialgutachten in Auftrag gegeben. In der Anklage heißt es jetzt, dass der 29-Jährige sogenannte „Dabs“ hergestellt hat, ein hochkonzentriertes Cannabis-Extrakt mit einem Wirkstoffgehalt von bis zu 90 Prozent. 

Was der Angeklagte zu den Vorwürfen zu sagen hat, ist noch unklar. Er hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. 

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