Studie der FH Dortmund: Corona verändert den Alltag auch positiv

Corona-Pandemie

Das Coronavirus bedeutet für viele Menschen große Umstellungen. Wissenschaftler der FH Dortmund haben nun spannende Erkenntnisse über eine veränderte Freizeitgestaltung gewonnen.

Dortmund

06.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele nutzten in der Zeit des Corona-Lockdowns die Gelegenheit für einen ausführlichen Spaziergang.

Viele nutzten in der Zeit des Corona-Lockdowns die Gelegenheit für einen ausführlichen Spaziergang. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Solidarität, Nachbarschaftshilfe, mehr Zeit für Kreativität und Naturerlebnisse, aber auch mehr Bewegung zu Fuß oder per Fahrrad – in der Zeit großer Einschränkungen durch Corona haben viele Menschen auch positive Veränderungen in ihrem Alltag gespürt. Das zumindest hat eine Studie der Fachhochschule Dortmund ergeben.

„Zugleich müssen wir aber auch festhalten, dass 37 Prozent der Befragten von Einsamkeit berichten“, sagt Tilmann Hüppauff, der an der FH Dortmund das Projekt SuPraStadt betreut. Das Projekt untersucht unter anderem in einem Reallabor in Westerfilde, wie sich die Lebensqualität von Bewohnern urbaner Stadtquartiere entwickelt.

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Von Mitte April bis Mitte Mai - also eher zu Beginn der Pandemie-Zeit - haben Sozialwissenschaftler Tilmann Hüppauff und sein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Marcel Hunecke untersucht, wie Menschen mit den Corona-Maßnahmen umgehen und ob der veränderte Alltag zu einer nachhaltigeren Lebensweise führen kann. 900 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt, gut ein Drittel davon aus Dortmund. Erste Ergebnisse der Studie liegen nun vor.

Mehr Raum für Spaziergänge

Nahezu alle Befragten berichten von Veränderungen durch die Pandemie – bei der Arbeit, der Mobilität und beim Konsum. „Der persönliche Alltag wurde als reduziert beschrieben“, sagt Hüppauff. Zugleich hätten Homeoffice – 50 Prozent der Befragten haben vorrangig zuhause gearbeitet – und der Verzicht auf Aktivitäten wie Kino oder Fußball für mehr Zeit für andere Freizeitaktivitäten gesorgt.

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Plötzlich habe es Raum für Kreatives gegeben, für Spaziergänge in der Natur. „Das wollen die Menschen sich erhalten“, beschreibt der Wissenschaftler. Und wer in dieser Zeit mehr mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs gewesen sei, wolle das auch künftig tun. Für die Nachhaltigkeitsforschung seien diese ersten Ergebnisse sehr spannend und sollen nun vertiefend untersucht werden.

Corona-Maßnahmen geeignet

Die eigenen Erfahrungen beeinflussten auch die Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen. Wer in seinem Umfeld Solidarität und Hilfsbereitschaft erfahren habe, nehme die Einschnitte im Alltag gelassener. „Grundsätzlich haben mehr als 80 Prozent der Befragten die Regeln von Kontaktbeschränkungen bis Abstand halten als angemessen empfunden“, sagt Hüppauff.


Tilmann Hüppauff und sein Team an der FH Dortmund haben die Lebenssituation der Menschen während der strengen Corona-Schutzmaßnahmen untersucht.

Tilmann Hüppauff und sein Team an der FH Dortmund haben die Lebenssituation der Menschen während der strengen Corona-Schutzmaßnahmen untersucht. © Marcus Heine/FH Dortmund

Dieser Wert decke sich mit anderen Studien. Menschen, die sich durch Corona-Beschränkungen einsam gefühlt hätten, neigten zugleich eher dazu, die Schutzmaßnahmen abzulehnen.

Die Auswertung der Befragten aus Dortmund und die bundesweite Analyse kommen dabei zu ähnlichen Ergebnissen.

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Hintergrund Das Projekt SuPraStadt

  • Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt SuPraStadt untersucht in drei Reallaboren in Dortmund Westerfilde, Heidelberg und Kelsterbach, wie die Lebensqualität von Bewohner*innen urbaner Stadtquartiere sowie deren gesellschaftliche Teilhabe in Einklang gebracht werden können mit den ökologischen Anforderungen der Nachhaltigkeit.
  • Die Fachhochschule Dortmund begleitet das Reallabor im Dortmunder Stadtteil Westfilde.
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