Firma pfuscht an Gartentreppe herum - und bestreitet den Auftrag

rnGartenprojekt geht schief

Karin Mroseck (71) ist von einer Garten- und Landschaftsbau Firma schwer enttäuscht: Ihre Treppe sieht nach getaner Arbeit viel schlimmer aus als zuvor. Das Projekt landet wohl vor Gericht.

von Alina Wortmann

Brackel

, 28.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karin Mroseck fühlt sich im Stich gelassen. Am 27. Mai 2020 engagiert die Dortmunderin eine Garten- und Landschaftsbau Firma, um ihre Treppe im Garten renovieren zu lassen. Die Mitarbeiter kommen vorbei und schauen sich die Treppe an.

Nachdem der Preis von 800 Euro steht, kommen zwei Tage später fünf Männer vorbei, um die Arbeit vorzunehmen.

Die 72-Jährige bezahlt noch am selben Tag den Betrag für die erbrachte Arbeit in bar, bekommt aber keine Rechnung. Nach drei bis vier Stunden verabschieden sich die Männer von dem Rentner-Ehepaar.

Treppe weist Mängel auf

Am nächsten Tag schaut sich die Rentnerin die Treppe in Ruhe an und ihr fällt auf, dass die Treppe einige Mängel aufzuweisen hat. Unter anderem hat die Treppe nun eine hohe Kante, welche eine Stolperfalle für den Rollator ihres Ehemannes darstellt.

Als die Rentnerin die Firma mehrfach vergeblich versucht hat telefonisch zu erreichen, damit diese die Mängel beseitigt und um ihre Rechnung zu erhalten, schickt sie schließlich ein Einschreiben. Das Ganze zieht sich einige Wochen, bis die Rentnerin beschließt, einen Anwalt einzuschalten. Daraufhin kommt ein Antwortschreiben von dem Anwalt der Firma, das aussagt, dass dort keine Arbeiten stattgefunden haben, lediglich die Begutachtung der Treppe.

Aus einem anderen Betrachtungswinkel ist deutlich zu sehen, dass die Treppe nicht mit dem leicht abschüssigen Garten abschließt.

Aus einem anderen Betrachtungswinkel ist deutlich zu sehen, dass die Treppe nicht mit dem leicht abschüssigen Garten abschließt. © Alina Wortmann

Die Rentnerin ist empört. „Soviel Dreistigkeit ist mir noch nicht untergekommen. Ich habe mehrere Nachbarn, die bestätigen können, dass die Männer bei mir waren und gearbeitet haben.“ Bei der Polizei hat Karin Mroseck mittlerweile auch Strafanzeige gestellt.

Im Nachhinein ärgert sich die Rentnerin über ihr voreiliges Handeln. „Ich hätte nicht bezahlen sollen ohne eine Rechnung zu verlangen. Den Fehler werde ich nie wieder machen.“

Das sagt die Verbraucherzentrale

Laut der Verbraucherzentrale NRW hat die 72-Jährige das Recht auf Nachbesserung bei mangelnd erbrachter Arbeit. Sollte die Firma, wie in diesem Fall, sich weigern dieser Nachbesserung nachzukommen, kann Karin Mroseck die Nachbesserung selbst bei einem anderen Unternehmen vornehmen. Die entstehenden Kosten kann sie dann bei der Gartenbaufirma anfordern.

Genau das Recht hat die Rentnerin mithilfe ihres Anwalts nun auch in Anspruch genommen.

Eine andere Firma hat mittlerweile die Aufbauweise der Treppe als mangelhaft eingestuft und einen Kostenvoranschlag an die Rentnerin geschickt.

Die Gartentreppe erneut renovieren zu lassen würde das Ehepaar Mroseck weitere 350 Euro kosten. Ob das Paar das Geld jedoch rückerstattet bekommt, ist noch nicht klar.

Locker lassen wird sie nicht, da ist sie sich sicher. „Es geht mir ums Prinzip. Ich werde damit auch vors Gericht ziehen.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt