Fitnessking plötzlich geschlossen: Kunde prangert Missstände an

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Ohne Vorankündigung habe er plötzlich bei seinem Fitnessstudio vor verschlossener Tür gestanden, berichtet ein Kunde. Er erhebt gegen die Betreiberfirma weitere Vorwürfe.

Dortmund

, 28.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sich in einem Fitnessstudio anzumelden, ist womöglich einer der meistgenannten Vorsätze im Januar. Beim Wettstreit um neue Mitglieder übertreffen sich die Fitnesscenter mit augenscheinlich unschlagbaren Angeboten. Mit dem Unternehmen Fitnessking hat ein Dortmunder Kunde jedoch negative Erfahrungen gemacht, mit denen er sich nun an unsere Redaktion gewandt hat.

Dortmunder Filiale schließt überraschend

Laut eigener Aussage gehört Fitnessking zu den deutschlandweiten Marktführern im Segment der Fitnessbranche. Bis Mitte Dezember verfügte die Firma über zwei Filialen in Dortmund. Doch dann standen die Kunden an der Unionstraße vor verschlossenen Türen.

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Kunden wie Frederic Kappen: „Ich bin seit zwölf Jahren Mitglied bei Fitnessking und bin eigentlich immer in das Studio in der Innenstadt gegangen. Doch vom einen auf den anderen Tag hatte das Center geschlossen“, so Kappen.

Probleme sind deutschlandweit bekannt

Ein Zettel am Eingang weise seither darauf hin, dass die Filiale aufgrund von Renovierungsarbeiten bis auf Weiteres dicht bleibe.

Lediglich ein Zettel am Eingang zum Fitnessstudio dient den Kunden als Information.

Lediglich ein Zettel am Eingang zum Fitnessstudio dient den Kunden als Information. © Marius Paul

Für Kappen ist die überraschende Schließung allerdings nur die Spitze des Eisbergs: „Fitnessking ist schon in der Vergangenheit deutschlandweit negativ aufgefallen“, behauptet er. In der Tat: Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete bereits 2014 im Zusammenhang mit der Studio-Kette Fitnessking von defekten Geräten, fehlenden Trainern und verschimmelten Duschen.

Anschreiben werden ignoriert

Carolin Semmler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen spricht auf Anfrage unserer Redaktion von zahlreichen Beschwerden, die zwar vornehmlich im Raum Euskirchen eingegangen wären, den Problemen des Dortmunders Frederic Kappen allerdings durchaus ähneln: „Dort hat Fitnessking auf Anschreiben nicht reagiert und trotz Vertragskündigungen weiterhin Gebühren von den Mitgliedern eingezogen.“

Gießkanne ersetzt die Toilettenspülung

Vergleichbare Erfahrungen habe er auch gemacht, sagt Kappen. Und: „Die Bedingungen hier in der Innenstadt waren miserabel. Die Türen waren zeitweise kaputt, so dass man tagelang nicht trainieren konnte.“ Die Probleme seien sogar so extrem gewesen, dass zeitweise eine defekte Toilettenspülung durch eine Gießkanne ersetzt wurde.

Mittlerweile ist das Studio an der Unionstraße auf der firmeneigenen Internetseite nicht mehr zu finden. „Stattdessen wird auf die Filiale in Wambel verwiesen“, so Kappen. Aber er wisse, dass auch dort nicht immer ein Trainer vor Ort sei. Man bezahle somit für Leistungen, über die man nicht verfügen könne: „Im Normalfall müsste man den Kunden dann eine Kompensation ermöglichen“, meint der unzufriedene Kunde.

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Inzwischen habe er gekündigt. Man habe den Eingang der Kündigung zwar bestätigt, „allerdings versucht man nun, mich durch eine besondere Auslegung der Kündigungsfrist zusätzliche sechs Monate im Vertrag zu halten.“ Dagegen habe er jetzt Widerspruch eingelegt.

Die Leiterin der Verbraucherzentrale Dortmund, Helene Schulte-Bories, appelliert in solchen Fällen an die Sorgfalt der Mitglieder: „Natürlich hat man auch als Verbraucher besondere Rechte. Wenn beispielsweise vertraglich vereinbarte Trainerstunden nicht geleistet werden, dann kann man dies reklamieren und gegebenenfalls von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.“ Wichtig sei es, solche Dokumente schriftlich festzuhalten, um im Zweifel Beweise vorlegen zu können.“

Bislang sind keine offiziellen Beschwerden eingegangen

Kenntnisse über konkrete Beschwerden bezüglich der Dortmunder Fitnessking-Filialen habe sie jedoch nicht. Auch dem Ordnungsamt der Stadt Dortmund seien solche Vorkommnisse bislang nicht bekannt, so Pressesprecher Maximilian Löchter.

Das Unternehmen hat bis zum Redaktionsschluss dieses Textes nicht auf Anfragen zu den angegebenen Missständen reagiert.

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