Fitter als der Dieb: Ladendetektiv zeigt Marathon-Qualitäten

rnVerfolgungsjagd in Hombruch

21 geklaute Druckerpatronen wollte ein Ladendieb auf dem Schwarzmarkt zu Geld machen. Doch er hatte nicht mit einem Detektiv mit Marathon-Qualitäten gerechnet.

Hombruch

, 28.04.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den 30. Oktober 2019 wird ein 28-jähriger Mann aus der Nordstadt sicher nicht so schnell vergessen. Denn es war der Tag, an dem er zunächst auf sattes Schwarzmarkt-Geld für Hehlerware hoffen durfte, am Ende jedoch von der Polizei festgenommen und eingesperrt wurde. Seit Montag beschäftigt der Fall das Landgericht.

21 Druckerpatronen geklaut

Die Verfolgungsjagd, die sich der Angeklagte und der Detektiv des Hombrucher Supermarkts lieferten, kann mit Fug und Recht als filmreif bezeichnet werden. Los ging es damit, dass der 28-Jährige in dem Supermarkt 21 Druckerpatronen in seinen Rucksack stopfte, um kurz darauf mit der Beute ohne zu bezahlen durch den Kassenbereich zu schlendern. Dass er die ganze Zeit von einem aufmerksamen Ladendetektiv beobachtet worden war, hatte er nicht bemerkt. Erst vor der Tür kam es zum ersten Aufeinandertreffen.

Um seine Beute nicht sofort wieder abgeben zu müssen, rannte der Dieb davon in Richtung Harkortstraße. Als er merkte, dass der Detektiv ihn mühelos verfolgen konnte, griff er vor einem Friseurgeschäft nach einem aufgestellten Werbeschild und schleuderte es nach hinten. Die Holzkonstruktion verletzte den Verfolger an beiden Händen, hielt den Mann aber nicht auf.

„Pause“ in einer Tankstelle

Weiter ging die irre Jagd zu einer Tankstelle. Dort kauerte sich der Dieb im Innenraum neben einen Kühlschrank und wartete. Das Angebot des Detektivs („Stell deinen Rucksack ab, dann lass ich dich abhauen“) stieß jedoch auf wenig Gegenliebe. Stattdessen drohte der 28-Jährige damit, dem Verfolger eine kalte Cola-Dose an den Kopf zu werfen - und verschaffte sich damit tatsächlich die nötige Freiheit zur Flucht.

Nächste Station war dann die U-Bahn-Haltestelle „Barop Parkhaus“. Als eine Bahn in Richtung Innenstadt einfuhr, sprang der 28-Jährige hinein und wähnte sich schon in Sicherheit. Doch abermals wurde er von seinem Verfolger überrascht. Erst in letzer Sekunde schaffte es der Dieb, den Detektiv wieder aus dem Zug zu schubsen. Doch der hatte noch eine letzte Patrone im Magazin.

Ladendetektiv alarmiert die Polizei

Mit seinem Mobiltelefon alarmierte der Supermarkt-Aufpasser die Polizei und gab eine hervorragende Personenbeschreibung durch. In der Stadt wurde der Ladendieb dann von zwei Beamten erwartet, die ihn festnahmen.

Zu Prozessbeginn präsentierte sich der 28-Jährige am Montag überhaupt nicht mehr aggressiv, sondern völlig ruhig. „Ich habe das gemacht“, sagte er. „Ich brauchte Geld für Drogen.“ Täglich habe er zur damaligen Zeit zwei Gramm Kokain und Heroin gebraucht. Jetzt hofft er zusammen mit seinem Verteidiger Michael Liedtke auf eine Unterbringung in einer Entziehungsklinik.

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