Fluch und Segen des Denkmals: Das Café Rodenberg wartet weiter auf eine wichtige Erlaubnis

rnCafé Rodenberg

Die Lage ist eigentlich optimal: Im schönen Schloss Rodenberg ist das gleichnamige Café beheimatet. Das Gebäude ist denkmalgeschützt, und genau das ist für die Betreiber ein großes Problem.

Aplerbeck

, 27.08.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch zum Ende des vergangenen Jahres war die Hoffnung da, dass es bald klappt. Doch das Schlosscafé Rodenberg wartet noch immer auf die Genehmigung für den Küchenbetrieb.

Wenige Wochen vor der Eröffnung im historischen Haus Rodenberg zum 4. Januar 2019 hatte Jörg Wiedelmann schon gehofft. Gemeinsam mit Heike Koch, mit der er auch das Café Allegretto an der Köln-Berliner-Straße leitet, war schon damals klar, dass es eng wird mit den notwendigen Unterlagen und der Erlaubnis zum Küchenbetrieb. Die Genehmigung ist noch immer nicht da. Und wann sie kommt, ist mehr als ein halbes Jahr später ebenfalls fraglich.

Was damals geklappt hat, ist heute nicht mehr möglich

„Es gibt immer wieder neue Probleme, das ist eine Verkettung dummer Umstände“, sagt Wiedelmann. Das Problem: Das denkmalgeschützte Gebäude, das mehr als 700 Jahre alt ist, muss in der Küche so umgebaut werden, dass einerseits alles den Brandschutz- und Hygienevorschriften entspricht, andererseits beim Bau aber keine denkmalgeschützte Substanz verändert oder beschädigt wird.

Fluch und Segen des Denkmals: Das Café Rodenberg wartet weiter auf eine wichtige Erlaubnis

Ein Blick in die zukünftige Küche im Schlosscafé Rodenberg. Die Decke ist abgehängt - und hier liegt auch das Grundproblem. © Michael Nickel

„Das Problem ist beim Rückbau der alten Anlage aufgetaucht“, sagt Jörg Wiedelmann. Mitte der 1980er-Jahre, als zuletzt eine Küche eingebaut worden ist, könne es womöglich andere Vorschriften gegeben haben als heute.

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Das ist auch für Dr. Roderich Grimm eine mögliche Erklärung für die heutigen Schwierigkeiten. Grimm ist Leiter der Volkshochschule Dortmund, die wiederum Besitzer des Wasserschlosses ist. „Das Problem ist die Belüftung“, sagt Grimm. So müssten die Schächte für Abluft und Zuluft das gleiche Volumen aufweisen, „aber der Zulaufschacht ist zu klein“.

Das Problem sind die Luftschächte

Nun gebe es zwei Modelle. Entweder muss die Luftanlage komplett neu aufgebaut oder der vorhandene Schacht erweitert werden. In beiden Fällen gibt es Abstandsprobleme zu den historischen Balken und Mauern des Gebäudes. „Wir müssen eine Lösung finden, die feuersicher ist“, sagt Grimm. „Wir tun alles, was möglich ist und arbeiten eng mit dem Architekten zusammen.“

Für Jörg Wiedelmann ist jede Woche ohne Küche eine Woche mit weniger Einnahmen. Die Einrichtung für die Küche ist schon lange gekauft, sie steht nun ungenutzt in einem Lager, was wiederum Geld kostet.

Die Not hat die Betreiber erfinderisch gemacht

Die Lebensmittelüberwachung habe Zugeständnisse ermöglicht, im Café können Speisen angeboten werden, die Wiedelmann und seine Mitarbeiter nicht selbst im Haus Rodenberg herstellen. Im Sommer 2018 war das noch anders, da durfte Wiedelmann seinen Gästen im damals schon geöffneten Biergarten noch nicht einmal Brezeln anbieten.

Fluch und Segen des Denkmals: Das Café Rodenberg wartet weiter auf eine wichtige Erlaubnis

Der Biergarten hatte bereits im Sommer 2018 geöffnet. © Michael Nickel

Diese Notlage hat ihn und Heike Koch erfinderisch gemacht. „Wir haben auf unseren Tischen die Speisekarten der benachbarten italienischen und griechischen Restaurants ausgelegt und ihnen nach Bestellung das Essen gebracht“, sagt Wiedelmann. Dafür gab es keine Provision der Restaurants, geschehen ist das nur aus dem Service-Gedanken heraus.

Das Schlosscafé Rodenberg versucht es weiter

Mittlerweile hat auch das Café eröffnet, der Biergarten ist in seiner zweiten Saison. Und seit diesem Sommer gibt es eine weitere Neuerung, mit der das Schlosscafé die fehlende Küche wettzumachen versucht: einen Foodtruck. Der steht im Biergarten, hier können Gäste Bratwurst, Flammkuchen und Brote kaufen. „Der Wagen wird jetzt langsam angenommen“, sagt Wiedelmann. „Was fehlt, sind Frühstück und ein Mittagstisch.“

Der Volkshochschule will Wiedelmann keinen Vorwurf machen. „Die VHS hat selbst ein großes Interesse, zu helfen.“

Wann genau die Genehmigung für den Küchenbetrieb kommen wird, ist noch unklar. Wiedelmann hofft auf ein Geschenk zu Weihnachten. „Wir tun alles, was möglich ist“, sagt Roderich Grimm. „Ich traue mich nicht zu tippen, wann es klappt. Ich wäre froh, wenn ich das sagen könnte.“

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