Fluch von Park and Ride: Pendler blockieren in Kurl ganze Straßenzüge

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Der Parkplatz am Bahnhof Kurl ist vor allem bei Pendlern aus Lünen, Kamen und Unna äußerst beliebt. Anwohner vermuten einen bestimmten Grund als Ursache und beklagen mangelnde Kapazitäten.

Kurl

, 05.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer aus Lünen, Kamen oder Unna zum Arbeiten in die Dortmunder Innenstadt muss, der steigt häufig in Kurl auf die öffentlichen Verkehrsmittel um.

Die Zahl der Pendler, die ihre Autos deshalb in der Bahnhofsumgebung abstellen, ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Der Park-and-Ride-Platz ist stets komplett belegt. Ganz zum Leidwesen der Siedlungsbewohner.

Fahrzeuge kommen oftmals aus den umliegenden Ortschaften

„Die Autos, die hier tagsüber in der Siedlung parken, haben häufig Kennzeichen aus Lünen oder Unna. Oft sind dies Pendler, die zum Arbeiten in die Stadt fahren“, weiß Anwohnerin Ursula T.

Seit 52 Jahren wohnt sie mit ihrem Ehemann in der nahegelegenen Mühlackerstraße. Auch der benachbarte Lodemannsweg und die Plaßstraße seien betroffen.

Parkverbote werden ignoriert

„Teilweise parken die Fahrzeuge so kreuz und quer in den Straßen, dass selbst ausgeschilderte Anwohnerparkplätze zugestellt werden und die Bewohner nicht mehr in ihre Garagen kommen“, so die 80-Jährige.

Zwar hänge die Situation auch mit der anhaltenden Baustelle am Bahnhof zusammen, allerdings habe die Problematik auch schon vorher bestanden: „Natürlich fallen dadurch noch einmal zusätzliche Parkplätze weg, aber die Siedlung war auch zuvor schon völlig überfüllt.“

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Auch brenzlige Situationen habe sie schon beobachtet. So sei es unter anderem für die Müllabfuhr sehr schwer, in der Siedlung zu rangieren.

Laut Ursula T. konnten Unfälle mit parkenden Autos nur durch das „beachtliche Können“ der Fahrer verhindert werden.

„Die Autos parken im gesamten Wendehammer und teilweise auf beiden Straßenseiten, sodass kaum noch ein Durchkommen möglich ist.“

Fluch von Park and Ride: Pendler blockieren in Kurl ganze Straßenzüge

Um eine Lücke auf dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof Kurl zu finden, müssen Autofahrer eine Menge Geduld mitbringen. © Marius Paul

Offiziell sind für den Park-and-Ride-Parkplatz 61 Stellplätze ausgeschrieben. Seit langem schon sind es wegen der Baustelle deutlich weniger. Und nach Schätzungen von Ursula T. parken hier allerdings tagtäglich bis zu 100 Autos.

„Ich habe schon häufig die Autos gezählt und es waren immer weit mehr als 60 Autos, die in der nahen Bahnhofsumgebung parkten“, so T.

Unterschiedliche Preisstufen vergrößern Pendleranzahl

Unterdessen vermutet Ursula T. den Grund für das enorme Pendleraufkommen in Kurl darin, dass es dort eine Preisgrenze der Stadtbahn gibt. Ab Kurl gelte eine niedrigere Preisstufe für die öffentlichen Verkehrsmittel, was das Park-and-Ride ab dem Bahnhof Kurl attraktiv mache, so T.

Für eine einfache Fahrt von Kurl zum Hauptbahnhof bedeutet dies für eine erwachsene Person beispielsweise eine finanzielle Ersparnis von 3,10 Euro.

Dementsprechend äußert sich ein Pendler, der täglich sein Auto am Kurler Bahnhof abstellt: „Natürlich fahre ich lieber einen Kilometer weiter Richtung Stadt und nehme von hier aus die Bahn, um etwas Geld zu sparen.“

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Auch Paul Hoppe ist die Parkplatzproblematik ein Dorn im Auge. Der Rentner wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs und pendelt regelmäßig selbst in die Stadt:

„Von hier ist es eine wirklich kurze Strecke bis in die Innenstadt und dann kann ich die Leute schon verstehen, dass sie hier parken und so ein bisschen Geld sparen.“ Allerdings müsse sich an der Parkplatzgestaltung auf jeden Fall etwas ändern.

Politik will Verbesserungsmöglichkeiten prüfen

Der Politik ist das Thema schon seit längerer Zeit bekannt. Man wisse von der problematischen Parkplatzsituation. Dass die Lage allerdings derart angespannt ist, überrasche ihn, erklärt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Werner Gollnick.

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„Wir wussten von den schwierigen Parkverhältnissen am Bahnhof Kurl, aber dass die Anwohner teilweise derart behindert werden, war in der Form bislang nicht bekannt“, so der CDU-Politiker.

Grundsätzlich müsse über die Situation am Kurler Bahnhof nachgedacht und über die Parkplatzsituation diskutiert werden. Deshalb wolle er das Problem nun auch auf der nächsten Klausurtagung der CDU ansprechen und thematisieren.

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