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Flüchtlings-Unterkunft: Über drei Jahre Haft nach Messerattacke

Mergelteichstraße

Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in der Flüchtlings-Unterkunft an der Mergelteichstraße hat das Schwurgericht am Montag einen 27-jährigen Syrer zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte im Januar einen Landsmann niedergestochen.

BRÜNNINGHAUSEN

20.06.2016 / Lesedauer: 2 min
Flüchtlings-Unterkunft: Über drei Jahre Haft nach Messerattacke

Der Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Dortmund.

Grund: Das 23-jährige Opfer hatte sich heimlich mit der Frau des Angeklagten in den Waschräumen der Anlage getroffen. Staatsanwalt Henner Kruse hatte den Messerangriff als versuchten Totschlag gewertet und fünfeinhalb Jahre Haft beantragt. So weit wollten die Richter am Ende jedoch nicht gehen. Sie bestraften den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung.

Das Opfer leidet bis heute unter den Folgen der Tat. Einer der Stiche war mehrere Zentimeter tief in den Oberkörper des Mannes eingedrungen und hatte unter anderem die Lunge verletzt. Innerhalb kurzer Zeit hatte sich der Brustkorb des Mannes mit mehr als zwei Litern Blut gefüllt.

Ein Lungenflügel kollabierte. Es bestand Lebensgefahr. Im Prozess hatte sich der Angeklagte den 23-Jährigen um Verzeihung gebeten. Überraschend hatte dieser die Entschuldigung nicht nur akzeptiert, sondern seinen Landsmann außerdem im Gerichtssaal geküsst und erklärt, an seiner Stelle hätte er genau dasselbe getan. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Staatsanwalt Kruse dazu.

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