Gegenüber 2019 zählte man im vergangenen Jahr am Dortmunder Flughafen nur die Hälfte der Passagiere. © Dieter Menne (Archiv)
Corona-Krise

Flughafen Dortmund nennt konkrete Zahlen zum enormen Corona-Schaden

Sinkflug statt Höhenflug: Am Dortmund Airport sind 2020 deutlich weniger Passagiere in die Luft gegangen als im Vorjahr. In der Jahresbilanz wird der Corona-Schaden nun beziffert.

Im Jahr 2020 haben 1,2 Millionen Passagiere den Dortmund Airport für eine Reise genutzt. Das sind 55 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Der deutliche Rückgang der Fluggastzahlen macht sich spürbar im Jahresergebnis bemerkbar, das Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber am Freitag (12.3.) dem Aufsichtsrat der Flughafen Dortmund GmbH vorstellte.

Demnach ist ein Corona-Schaden von gut 11 Millionen Euro entstanden. Das voraussichtliche Jahresergebnis liegt für das Jahr 2020 nun bei minus 21,8 Millionen Euro (2019: minus 10,4 Millionen Euro). Das (EU-) Betriebsergebnis (Jahresergebnis ohne Abschreibungen, Zinsen und hoheitliche Kosten) betrug 2020 minus 12 Millionen Euro.

Das soll sich in diesem Jahr ändern. „Mit dem Steigen der Passagierzahlen wird sich auch das Jahresergebnis wieder spürbar verbessern. Voraussetzung dafür ist eine deutliche Zunahme der Impfungen und eine gute Teststrategie“, so van Bebber.

Rettungspaket steht Airport Dortmund nicht zur Verfügung

Ein Rettungspaket, das einen Teil des 2020 erlittenen finanziellen Schadens ausgleicht, kann der Dortmund Airport derzeit nicht nutzen: „Allein die Vorhaltekosten während des ersten Lockdowns beliefen sich auf fast 5 Millionen Euro“, sagt Ludger van Bebber.

Der Flughafen-Chef führt aus: „Diese Kosten sind entstanden, weil der Dortmund Airport – wie alle Flughäfen – seine Infrastruktur im staatlichen Interesse geöffnet hatte, um Lieferketten für die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, um Rückhol-, Ambulanz- und Rettungsflüge durchführen zu können und um systemrelevante Arbeitskräfte zu transportieren. Diese Kosten werden jetzt aber nur 15 Flughäfen erstattet. Sechs – darunter der Dortmund Airport – gehen leer aus.“

Gepäckförderanlage mit höheren Sicherheitsstandards

Diese willkürliche Unterscheidung zwischen den Airports sei aus seiner Sicht im Rahmen von Corona-Unterstützungsprogrammen einmalig und „für uns absolut nicht nachvollziehbar“, so van Bebber.

Auch die lange angekündigte Entlastung von Flugsicherungskosten mit jährlich rund 1,5 Millionen Euro, die laut van Bebber eine Benachteiligung gegenüber anderen Flughäfen endlich aufheben würde, sei noch nicht eingetreten.

Vorbereiten muss sich der Flughafen auf die Installation einer neuen Gepäckförderanlage, die höhere Sicherheitsstandards erfüllt. Diese Standards sind ab September 2022 vorgeschrieben. Mitte 2022 soll die neue Reisegepäckkontrollanlage betriebsbereit sein.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle